Töff

Freie Fahrt für Töffs auf Busspur

Pilotstrecke: Die Busspuren auf zwei Strassen in der Region Baden dürfen seit Oktober auch von Töffs befahren werden.

Töff auf Busspur

Pilotstrecke: Die Busspuren auf zwei Strassen in der Region Baden dürfen seit Oktober auch von Töffs befahren werden.

Was im Raum Baden, Wien und London funktioniert, soll auch im Kanton Bern möglich sein: Das Befahren von Busspuren mit Motorrädern. Was Grossrat Jürg Scherrer (FPS) will, lehnt der Regierungsrat aber ab.

Bruno Utz

«Ich will den Kanton Bern einladen, dass er sich dem Pilotversuch in Baden anschliesst», erklärt der Freiheitsparteiler Jürg Scherrer (Biel). Seinem Willen Nachdruck verschaffte Scherrer mit dem Postulat «Busspuren für Motorradfahrer öffnen». Der knappe Raum für Verkehrsflächen könnte so besser genutzt werden. Wenn Töffs auf Busspuren fahren dürften, würden die normalen Fahrbahnen entlastet, erklärt Scherrer.

Vorschlag der IG Motorrad

Scherrers Idee ist nicht neu: In mehreren englischen Städten, so auch in London, aber auch in Wien, dürfen Töffs und Scooter auf den Busspuren fahren. In der österreichischen Hauptstadt seien mittlerweile gut fünf Kilometer Busspuren für Biker geöffnet, heisst es auf der Internetseite der IG Motorrad.

Die 2002 im Biker-Mekka Isebähnli Trimbach gegründete, heute rund 2500 Mitglieder zählende IG war es, die im Januar 2007 per Brief den Aargauer Bau-, Verkehrs- und Umweltdirektor (BVU) Peter C. Beyeler (FDP) zu einem entsprechenden Testversuch ermunterte. Beyeler fakelte nicht lange und setzte die Idee um.

Seit vergangenem Oktober läuft ein Pilotversuch im Raum Baden auf der Mellingenstrasse und auf der Busspur zwischen Killwangen und Neuenhof. «Wir haben im ersten Testhalbjahr nur gute Erfahrungen gemacht. Es passierte kein einziger Unfall. Und auch die Busfahrer finden die Idee mittlerweile auf der ganzen Linie positiv», sagt auf Anfrage Benno Schmid, BVU-Medienchef.

Berner Regierung ortet Gefahren

Er unterstütze grundsätzlich Massnahmen, die den Verkehr verflüssigen und die Strassen effizienter ausnutzen, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort zum Postulat. Töffs auf Busspuren seien jedoch für die Strasse querenden Fussgänger gefährlich. Und der öffentliche Verkehr würde massiv behindert. Deshalb beantrage er dem Grossen Rat, das Postulat abzulehnen. Eine neue Standortbestimmung schliesse er nach Abschluss des Pilotversuchs in Baden nicht aus.

Mit der Argumentation des Regierungsrates könne er wenig anfangen, sagt Scherrer. Sicher sei es richtig, den ganzen Test in Baden abzuwarten. «Deshalb habe ich meinen Vorstoss ja auch als Postulat und nicht in der verbindlichen Motionsform eingereicht. Scherrer: «In der Junisession werde ich mit Sicherheit an meinem Vorstoss festhalten.»

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