Frauenzentrale
Frauenzentrale: Harter Schnitt

Die Mitarbeitenden der Alimenten-Inkassostelle Aargau arbeiten ab sofort nicht mehr unter dem Dach der Frauenzentrale, sondern in einem neu gegründeten Verein. So können sie ihre Arbeit wie bisher fortführen.

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Mathias Küng

Seit ihrer Gründung 1972 agierte die Alimenten-Inkassostelle Aargau, die mittlerweile für 123 Gemeinden das Alimenten-Inkasso organisiert, unter dem breiten Dach der Frauenzentrale Aargau (FZA). Aus Sicht von Ökonomen, Juristen und Treuhändern macht das aber schon lange keinen Sinn mehr. Das schreiben Hans-Ruedi Hottiger (Stadtammann von Zofingen, parteilos), Jörg Hunn (Grossrat und Gemeindeschreiber Riniken, SVP), Markus Leimbacher (alt Gemeindeammann und alt Grossrat Villigen, SP) sowie Franz Nebel (Gemeindeammann Bad Zurzach und Grossrat, FDP) in einem Brief an alle Gemeinden.

Die Inkassostelle wird strategisch von einer fünfköpfigen Betriebskommission geführt. Doch diese wurde Anfang Mai 2009 vom Präsidium der FZA per sofort aufgelöst. Es sei offensichtlich, so wurde an einer sehr kurzfristig einberufenen Medieninformation gestern Nachmittag in Brugg dargelegt, dass das Verhältnis zwischen Betriebskommission und FZA-Präsidium schon seit geraumer Zeit belastet gewesen sei. Jetzt löst sich die Inkassostelle per sofort von der Frauenzentrale. Auslöser dafür war die inzwischen sehr grosse Verunsicherung bei den neun Mitarbeitenden der Inkassostelle. Alle hätten ernsthaft die Kündigung erwogen. Um den damit verbundenen enormen Know-how-Verlust zu verhindern, gründeten Hottiger, Hunn, Leimbacher und Nebel einen Verein als neue Trägerschaft.

Betrieb läuft weiter wie bisher

Gestern übergab Eliane Frey, Geschäftsleiterin der Inkassostelle, der Frauenzentrale die Kündigungsschreiben der Inkassostelle-Mitarbeitenden. Sie alle haben ein Vertragsangebot zu denselben Konditionen im neuen Verein, damit ihr Know-how bleibt. Das sei jetzt gewährleistet, bekräftigten Hunn, Nebel und Eliane Frey, derzufolge alle Mitarbeitenden bleiben wollen. Für die Gemeinden ändert sich somit bei ihren Ansprechpartnern nichts - auch nicht bei den Kosten.

Die Vereinsgründung ist eine Übergangslösung. In einem zweiten Schritt wird eine Stiftung gegründet. Als erste prominente Persönlichkeit für den Stiftungsrat hat alt Regierungsrat Kurt Wernli schon zugesagt.

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