Wider Erwarten tritt Frau Gemeindeammann Cornelia Biasca doch nicht zurück
Frau Gemeindeammann Biasca geht auf Konfrontationskurs

Heute früh wollte Frau Gemeindeammann Cornelia Biasca ihren Sessel noch räumen. So hatte sie es mit ihren Kollegen gestern Abend besprochen. Im Verlaufe des Tages krebst sie zurück. Sie will bleiben. Eine Eskalation sei jetzt unvermeidbar, sagt der Gemeindeschreiber.

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Der Tag nahm gemäss dem Killwanger Gemeindeschreiber Daniel Wicki eine «unerwartete Wende». Will heissen: Cornelia Biasca tritt nicht zurück. Genau das hatte sie an einer Krisensitzung gestern Abend in Aussicht gestellt. Die CVP-Vertreterin wollte so einen Beitrag zur Lösung des Konfliktes im Gemeinderat von Killwangen leisten.

Gegen Biasca ist eine Strafklage eingereicht worden wegen vermuteter Amtsgeheimnisverletzung. Zudem wird ihr Umgangston heftig kritisiert. Gestern Abend ging es nun darum darum «das weitere Vorgehen bezüglich der künftigen Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates festzulegen und die Weichen für eine positive Zukunft der Gemeinde Killwangen zu stellen, damit baldmöglichst wieder Ruhe einkehrt und ein geordneter Ratsbetrieb gewährleistet werden kann», teilt Gemeindeschreiber Wicki in einem Communiqué mit.

Kehrtwende am nächsten Tag

Danach hat Biasca anlässlich der Sitzung von gestern Abend erklärt, ihr Amt auf Ende 2010 zur Verfügung zu stellen und auf diesen Termin hin zurück zu treten.

Im Verlauf des heutigen Tages entschied sich Frau Biasca jedoch um und teilte ihren vier Ratskollegen mit, dass sie ihren Entscheid widerrufe und nicht zurücktreten werde. Ihr Amt als Gemeindeammann wird sie gemäss eigenen Angaben für die nächsten zwei bis drei Wochen aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen.

Die übrigen Ratsmitglieder bedauern diesen Entscheid sehr, versuchte man doch im gegenseitigen Einvernehmen eine für alle Beteiligten valable Lösung zu erreichen. Eine weitere Eskalation scheint nun unvermeidbar, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde Killwangen.

«Ich kann gut Menschen führen»

Die Streiterei im Gemeinderat Killwangens nimmt langsam bizarre Formen an. Vor fünf Jahren, als Biasca erstmals fürs Gemeinedammann-Amt kandidierte, sagte sie der AZ auf die Frage, wo in Killwangen am meisten Handlungsbedarf bestehe: «In der Stabilisierung der Gemeinde.»

Ihre Stärken und Schwächen beschrieb sie damals so: «Ich bin kommunikativ, gradlinig; ich schaffe Transparenz, kann gut Menschen führen und ich bin vielseitig interessiert. Aber auch ich habe selbstverständlich Ecken und Kanten; auch ich bin manchmal etwas stur und ungeduldig.»

«Zwischendurch hat es gestürmt»

Dass im Gemeinderat nicht alles so läuft, wie es sollte, konnte man bereits in ihrem diesjährigen Neujahrs-Brief an die Einwohner herauslesen: «Für mich geht meine erste Legislaturperiode als Gemeindeamman zu Ende. Zwischendurch hat es mal geregnet, ja sogar gestürmt., aber meistens schien zum Glück die Sonne.» (skh/rsn/cbk)