Steuerparadies
Franzosen strömen in die Schweiz - auf der «Flucht» vor Steuern

Noch nie liessen sich so viele Franzosen in Genf nieder, wie dieses Jahr. Seit den strikten Steuerkontrollen in ihrem Land verstärkt sich die Zuwanderung. Denn die hier schwarz gebunkerten Millionen können nicht mehr so einfach rücküberwiesen werden.

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Diese französischen Promis zahlen hier Steuern
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Jo-Wilfried Tsonga Jo-Wilfried Tsonga - einer der vielen französischen Tennis-Cracks, die hier steuern.
 Marion Bartoli, Tennisspielerin.
 Gaël Monfils.
 Paul-Henri Mathieu.
Lionel Afflelou Lionel Afflelou - Unternehmer und Fussballverrückter.
Johnny Hallyday Johnny Hallyday: Frankreichs Enfant Terrible der Musiker.
Sébastien Loeb Auch Rallyfahrer Sébastien Loeb zog an den Genfersee.
Julien Benneteau Julien Benneteau - auch er zahlt in Genf.
Amélie Mauresmo Tennis-As Amélie Mauresmo in jungen Jahren.
Arnaud Clément Arnaud Clément - modische Brille, optimiertes Steuerdomizil.
Alain Delon Filmstar Alain Delon zahlt schon lange hier Steuern.
Richard Gasquet Richard Gasquet.
Charles Aznavour Auch Chansonnier Charles Aznavour zieht Genf Paris vor.

Diese französischen Promis zahlen hier Steuern

Keystone

Als bekannt wurde, dass Schauspieler Jean Reno in Genf nach Immobilien suchen liess, hallte ein Aufschrei durch den Blätterwald. Jetzt reiht sich auch noch der Star von «Léon» und «Gozilla» unter die Steuerflüchtlinge ein? Nein, nein, bemühte sich sein Agent zu beschwichtigen, Reno suche nur geeignete Investitionsobjekte.

Jean Reno wäre nicht der einzige Prominente aus Frankreich, der sich hier niederlässt. Vom Tennisspieler Jo-Wilfried Tsonga über Filmstar Alain Delon zum ehemaligen Formel 1-Piloten Alain Prost: Genf ist schon lange ein Traumziel für Steueroptimierer.

Auch Nachkommen sollen profitieren

Nun berichtet das französische Wirtschaftsblatt «Les Echos» von einem neuen Typ Steuerflüchtling. Laut Rechtsanwalt Patrick Michaud wandern viele Personen aus Frankreich nach Genf ab, weil sie ihre hier schon längst schwarz deponierten Millionen im Heimatland nicht mehr legalisieren können. Da lohnt sich dann ein Domizil in Genf.

Es gibt aber offenbar auch den Typ «Vererbungs-Millionär», der auf seine alten Tage nach Genf zieht, damit seine Nachkommen um die in Frankreich fälligen Erbschaftssteuern herumkommen.

Ein weiteres grosses Plus von Genf sei die grosse Verschwiegenheit, berichtet Vermögensverwalter François Micheloud «Les Echos».

Offenbar sind sich die Steuerflüchtlinge ob ihrem Tun aber nicht mehr ganz so sicher. So meinte Anwalt Kenel auf eine Presseanfrage der «Les Echos»-Journalisten: «Es ist verrückt, keiner meiner Klienten will mit der Presse reden. Noch vor kurzer Zeit wären einige bereit zu einem TV-Interview gewesen, aber heute haben alle Angst...» (cbk)