«Sa-mar-kand», sagt Franz Hohler, und der sonore Klang seiner Stimme schwingt im Dachzimmer der alten Villa im Zentrum von Oerlikon. Eine Welt wie aus «1001 Nacht» stellt sich vor dem inneren Auge ein, man sieht funkelnde Türmchen, Glitzer und glaubt, einen betörenden Duft zu riechen. Er habe den Namen einmal in einem Stück als poetische Vorstellung einer orientalischen Stadt verwendet, sagt der Autor.

Nun geht er im April dorthin, auf Lesereise. Texte von ihm wurden auf Usbekisch übersetzt. Doch an diesem Tag hat er mit dem Visumsantrag «gekämpft». Der Autor lacht, wie noch so oft im Gespräch. Man müsse dazu ein elektronisches Formular ausfüllen. Und das System habe ihm immer wieder eine «digitale Ohrfeige» verpasst. Er mimt, wie er in Deckung geht. Wer Franz Hohler besucht, wird mit einer kleinen privaten Theatervorstellung beschenkt.

Herr Hohler, tun Sie sich schwer mit der Digitalisierung?

Franz Hohler: Wenn man etwas elektronisch erledigt, wird man immer häufiger vom System zurechtgewiesen. Man kann sich nicht wehren. Es gibt kein Gespräch mit dem System. Damit habe ich Mühe. Aber ich bin durchaus ein Wanderer in der digitalen Landschaft. (Franz Hohler zeigt auf sein iBook). Das Internet ist eine universale Weltzeitung. Man kann schauen, wie lange der Laden vor dem Haus offen ist und wie viele Atomkraftwerke es auf der Welt gibt.

Sie nutzen es für die Recherche?

Früher war man auf Lexika angewiesen, auf ein eigenes Archiv, eigenes Wissen, wenn man bestimmte Informationen gesucht hat. Heute kann man fast zu jedem Thema übers Internet einsteigen. Wie viel man davon brauchen will, oder wie man der Information traut, ist eine andere Frage. Für mich ist es oft ein Anfang: Ich sehe eine Spur. Wenn sich junge Leute bei mir melden, sehe ich, dass sie ein fast unbegrenztes Vertrauen ins Internet als Informationsquelle haben und ratlos sind, wenn dort nichts kommt.

Die Jungen tauschen sich über das Internet aus. Sie auch?

Youtube benutze ich recht viel. Es ist unglaublich, was dort alles gespeichert ist – auch von mir übrigens, ohne dass ich je gefragt worden wäre. Aber bei Social Media mache ich nicht mit. Da antworte ich nicht einmal, wenn jemand fragt.

Warum nicht?

Weil das noch mal neue Türen sind, die aufgehen. Auf dem normalen Kommunikationsweg, über Briefe, Telefon, E-Mails kommen so viele Anfragen oder Meldungen. Ich stehe eigentlich immer bis zum Kinn in einer Flut von Nachrichten, die ich beantworten sollte. Das finde ich auch sehr schön. Aber ich brauche nicht noch mehr.

Wie viele Anfragen sind denn das?

Also gut, machen wir den Test ... Vielleicht sollte man das gar nicht sagen, das klingt dann nach Angeberei. (klappt den Laptop auf) Da ist eine Anfrage für Aufführungsrechte. Da will jemand, dass ich ihm «Wegwerfgeschichten» signiere. Da ist eine Anfrage vom Alpinen Museum für ein Gespräch. Da noch eine Anfrage wegen eines Interviews.

Hier hat mir mein russischer Übersetzer geschrieben, «Es klopft» sei gestern auf Russisch erschienen. Die Mails, die ich beantworten will, bekommen alle ein Fähnlein, solange es nicht erledigt ist. Da sind jetzt 114 Fähnlein. So etwa. Vieles sind Anfragen für Lesungen. Aber im nächsten halben Jahr mache ich eine Pause. Ich will mich dem Aufräumen widmen.

  

Wissen Sie, was ein «Shelfie» ist?

(überlegt) Das muss eine Mischung zwischen einem Selfie und – was ist «shelf», eigentlich ein Riff, oder?

Auch ein Regal.

Ah ja. «Bookshelf».

Sie lassen sich ja gerne in Ihrer Bibliothek fotografieren.

Im Arbeitszimmer. Die grosse Bibliothek habe ich unten. Hier ist lauter Zeug von mir: meine Hauptwerke und auch Sachen, die in Anthologien erschienen sind. Da drüben hat es ein paar Gesamtausgaben, Goethe, Robert Walser, Brecht. Dann habe ich die Abteilung Lyrik hier und die Abteilung Humor und die Abteilung Sprachen. Da ist auch das Grimmsche Wörterbuch. Von meinem allerersten Preis, einem literarischen Anerkennungspreis von 5000 Franken von der Stadt Zürich für mein Buch «Idyllen», habe ich das Grimmsche Wörterbuch gekauft, antiquarisch, für 4800 Franken, in der Buchhandlung Rohr. Es ist auch ein Stück Liebe zur Sprache. Aber was ist ein Shelfie?

Ein Selfie vor dem Bücherregal, ein spezielles Genre. Im Internet gibt es dafür eigene Plattformen.

Ja was, super. (lacht)

  

Was bedeuten Ihnen Ihre Bücher?

Eine Bibliothek zu haben, ist etwas Schönes. Man stösst manchmal auf Dinge, die man gar nicht mehr weiss. Wir haben einmal eine Reise nach Wales gemacht, dann habe ich überlegt, was für walisische Autoren es gibt. Ah, Dylan Thomas. Dann habe ich in meiner Bibliothek das rororo-Bändlein «Unter dem Milchwald» hervorgenommen: Franz Hohler, 1962, stand darin. Ich war also 19, als ich das Büchlein gekauft habe. Das ist eine Bibliothek: Du hattest ein Buch, das Dir gefallen hat, hast es behalten und 50 Jahre später kannst Du es wieder hervornehmen!

Eine Art Lebensarchiv?

Ein Stück weit, ja. So, wie ich lebe, haben Bücher mit dem Leben zu tun.

Bücher haben heute einen schweren Stand. Wie ist das für einen Büchermenschen wie Sie?

Ich freue mich über alle, die lesen. Ich fahre ja viel Zug, und es wird immer noch erstaunlich viel im Zug oder im Tram gelesen. Und zwar Bücher. Jedes Mal drücke ich dem Autor oder der Autorin in Gedanken die Hand. 2012 habe ich beim Lesefest «Zürich liest» die Eröffnungsansprache gehalten und gab meinem Text den Titel: «Liest Zürich?». Damals hatte ich einen scharfen Blick dafür, wo jemand in der Öffentlichkeit liest: Es wird viel gelesen.

Aber die Jungen verbringen viel Zeit im Internet.

Natürlich, das hört man immer. Manchmal stelle ich mir das vor wie einen Park, in den man hineingeht, um ein bisschen zu höckle oder herumzuschauen, zu sehen, ob der Springbrunnen noch läuft (lacht). Aber auch wenn die Lesefreudigkeit als Ganzes abnimmt: Es ist auf keinen Fall das Ende der Literatur. Geschichten sind ein Grundnahrungsmittel der Menschen. Das verschwindet nicht mit dem Erwachsenwerden. Boulevard-Zeitungen erzählen nur Geschichten. Da wird die Story gesucht, als Hauptträgerin der Botschaft.

Wieso dieser Geschichtenhunger?

Man möchte die Welt noch auf eine andere Art dargestellt haben als auf die alltägliche Art, in der man selber drinsteckt. Die Kultur ist eine zweite Welt. Oft macht die zweite Welt die erste Welt erst richtig sichtbar. Kunst ist eine andere Art zu schauen. Im Moment liest man das Wort Kryptowährung – Bitcoin und Ähnliches. Literatur ist eine Art Kryptowährung. Sie bildet das System auf eine andere Art ab. Sie hat einen heimlichen Wert.

Das älteste Buch in Ihrer Bibliothek ist der «Abrogans» – ein Wörterbuch, das Eingang in Ihren jüngsten Roman gefunden hat. Was hat Sie daran so interessiert?

Es ist das älteste erhaltene Buch der deutschen Sprache. Das sind Mitteilungen, die einem über Hunderte von Jahren zugerufen werden. Es schlägt eine Brücke zu einer anderen Sprache und damit zu einer anderen Welt, also vom Lateinischen ins Deutsche. Jedes Wörterbuch ist ein Brückenschlag, von einer Sprache in die andere und damit von einer Denkart, von einer Kultur in die andere. Ausserdem habe ich mich immer für bildhafte Ausdrücke interessiert.

Zum Beispiel?

«Weroltstunda» heisst die Zeit, die uns gegeben ist, also die Lebenszeit, das ist ein altsächsischer Ausdruck. Ich habe einmal eine Arbeit gemacht über die Wortzusammensetzungen im «Heliand», ein altsächsisches Epos über das Leben von Christus. Oder: Wenn man einen wahnsinnigen Hunger hat, heisst das auf Rätoromanisch «üna fam naira», ein schwarzer Hunger. Schwarz wird oft negativ benützt.

Ein grosser Hunger ist aber eigentlich etwas Schönes, solange man ein Essen in Aussicht hat. Im Gälischen sagt man für «schönes Wetter» das Wetter ist lieb mit uns. Das ist eine demütigere Haltung dem wechselhaften Wetter gegenüber. Andere Empfindungsarten, die sich in Formulierungen niederschlagen, haben mich immer fasziniert.

Und der Klang?

Natürlich, Klang ist an jeder Sprache anziehend — «anziehend»: Es gehört zur äusseren Erscheinung. Das Italienische sind halbe Arien. Spanisch ist härter. Oder innerhalb der Dialekte: das Behäbige und Geerdete, was das Berndeutsche durch die Klangmasse hat. Und das Baseldeutsche, das ... ja, doch, gebildeter klingt, ohne weiteres – was noch nichts heisst, über die, die es reden. Das Zürideutsch ist ein Stück brutaler, ja. Den Deutschen erkläre ich das jeweils mit einem Frühstücksatz aus einem Hotel: (weich) Weiter es weichs Ei? (tänzelnd) Wänd Si e waichs Ai? (hart) Wänd Si äs weichs Ei?

Ihr berühmtestes Stück «Ds Totemügerli – Es bärndütsches Gschichtli» ist ja auch aus einem Wörterbuch gewachsen. Aber es sind teils erfundene Ausdrücke, die ins Berndeutsche eingegangen sind. Ist es für Sie ein politisches Werk?

Nein. Ich wollte ein ur-berndeutsches Geschichtlein machen, das die Ausdrücke aus dem «bluemete Trögli» benützt als komische Elemente und das Berndeutsche parodiert. Wenn jetzt Ausdrücke davon in die Umgangssprache zurückgekommen sind, freut mich das.

Sie haben das Stück 1967 geschrieben, damals waren Sie 25. Das darauffolgende Jahr, 1968, wird gerade gross gefeiert.

«Ds Totemügerli» hat sich natürlich schon in die Bewegung Modern Mundart eingereiht. Leute wie Kurt Marti oder Mani Matter haben den Dialekt auf eine andere Art benützt als die von der Idylle geprägte vorhergehende Dialektliteratur. Sie haben Sprache griffiger gemacht. Damit wurde der Dialekt für mich zu einer echten Literatursprache. 68 war eine Zeit, in der Verschiedenes aufgebrochen ist. Insofern ist es vielleicht nicht zufällig, dass der Text 1967 entstanden ist. (holt ein Büchlein) Das ist die Zeitschrift «Apero», für «Politerarisches Aperiodikum». Die zweite Ausgabe vom Dezember 1967 ist dem Thema Modern Mundart gewidmet, mit dem «Bärndütsche Gschichtli» und Texten von Mani Matter und Kurt Marti. Der leicht gekrümmte Mann auf dem Titelblatt bin ich, gezeichnet vom Grafiker Celestino Piatti.

Wie schauen Sie heute auf die Zeit?

Ich war an der grossen Demonstration in Zürich, die als Globuskrawall in die Geschichte eingegangen ist. Die Polizei nahm Leute fest und hat sie zum Teil schwer misshandelt. Ich habe eine Rose geschwenkt — «L’important c’est la rose» ...

… ein Chanson von Gilbert Bécaud.

Der damalige Polizeikommandant stand auf dem Balkon des Restaurants Du Nord und rief ins Megafon: «Bitte lösed Sie sich uuf!» Was heisst das? Das war ein sprachlicher Ausdruck für etwas Unmögliches: Lösen Sie sich auf. Es wäre am besten, es gäbe sie gar nicht. Nein, ich löse mich nicht auf!

Waren Sie Teil der Bewegung?

Nicht wirklich, aber ich habe mit Interesse gesehen, was alles läuft. Vor allem auch, dass es überall gleichzeitig passiert: Deutschland, Frankreich, auch in den USA. Das war wie eine erste Wahrnehmung von Globalisierung. Natürlich nicht überall mit den gleichen Konsequenzen. 1968 trat ich in Prag während des Prager Frühlings auf. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich in einem kommunistischen Land war. Als die russische Invasion kam und man am Fernsehen sah, wie die Panzer einfuhren, war das deshalb für mich auch besonders schlimm.

  

Was hat 1968 für Sie bewirkt?

Es richtete sich gegen die verkrusteten Strukturen. In der Schweiz gab es ja kein Frauenstimmrecht. Auch das Eherecht und die sittenpolizeilichen Vorschriften waren veraltet. In Zürich war es illegal, dass Mann und Frau zusammenwohnten. Deshalb war Spreitenbach so beliebt. Es gab dort viele Hochhäuser voller Konkubinatspaare, der Aargau war liberaler. Die Bewegung kam auf, die sich um die Verdingkinder, um Heimkinder und um Verwahrungsfälle bemüht hat. Das alles gehörte zum Beton der damaligen Zeit.

68 war eine Welle, die gegen den Beton angebrandet ist. Mit mässigem Erfolg, wenn man schaut, was es damals bewirkt hat. Aber langfristig hat es schon dazu beigetragen, unhaltbare Strukturen aufzuweichen. Bis hin zur GSoA-Initiative der Gruppe Schweiz ohne Armee. Es waren Signale der Veränderung, die damals ausgesendet wurden.

Heute werden die Parolen der damaligen Linken gegen den Staat von der rechten, populistischen Seite ausgerufen.

Das ist eine interessante Erscheinung. Bei der «No Billag»-Initiative ist mir aufgefallen, dass sie von lauter Jungen getragen wird. Es macht einen alt, wenn man merkt, die Jungen interessieren sich überhaupt nicht für die gleichen Werte, sie wollen etwas ganz anderes. Aber es gibt ja die Libero-Bewegung, auch von jungen Leuten. Ich denke dann: Ja gut, dann macht das unter Euch aus.

Punktuell engagieren Sie sich: 2015 haben Sie ein Flüchtlingsmanifest geschrieben. Jetzt haben Sie bei einem Spot gegen die «No Billag»-Initiative mitgemacht.

Ich sehe mich eher als Beobachter. Aber es ist gut, wenn man eine solche Initiative mit Witz bekämpfen kann. Sie richtet sich gegen die Kultur, und die Kulturschaffenden stehen auf, machen sich sichtbar und nehmen Teil am Abstimmungskampf: Dafür müsste man die «No Billag»-Initianten geradezu loben (lacht). Jede Initiative bewirkt ja, dass über das Thema diskutiert wird. Aber das kostet auch ein Heidengeld.

Als politischer Kabarettist haben Sie sich vor 15 Jahren pensioniert. Warum?

Es war eine gewisse Sättigung. Ich wollte mich mehr dem Schreiben zuwenden. Meine drei Romane sind nach der Zeit, in der ich Bühnenprogramme gemacht habe, entstanden.

War es auch Abwendung vom zeitpolitischen Geschehen?

Nicht total. Ich habe immer für die Sendung «Zytlupe» auf SRF 1 Beiträge gemacht. Die haben teils heftige Reaktionen hervorgerufen. Einmal habe ich die Behandlung der Asylbewerber in Bremgarten mit der Nazizeit verglichen: Badeverbot für Juden damals – Badeverbot für Asylbewohner in Bremgarten. Wörter helfen einem, Ereignisse zu hinterfragen: In welchem Zusammenhang tauchen sie auf? Wörter sind Teilnehmer der Zeit.

Können Sie sich vorstellen, nicht mehr zu schreiben?

Durchaus. Es ist nur noch nicht eingetreten.

So wie Sie über Wörter sprechen, scheint das unvorstellbar.

Man weiss nicht, wie viele «Weroldstunda» man noch zugute hat. Im Moment habe ich keine grossen Projekte. Aber wenn sich eines meldet, dann schauen wir weiter.

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?

Schreiben ist ein Stück Konzentration auf die Gedanken, auf die Ideen, auf die Sprache, den Umgang mit der Sprache. (Pause) Sagen wir es mal so: Schreiben ist Meditation. Das ist das Schönste beim Schreiben: Dasitzen und schauen, was einem in den Sinn kommt und ob man die angemessene Formulierung dazu findet. Es ist immer auch ein Nachdenken über sich selber.

Was ist für Sie Erfolg?

Als ich 20 Jahre alt war, habe ich mir zwei Biografien zurechtgelegt. Die eine war das Studium und danach Unterricht als Mittelschullehrer. Die andere war, mal anfangen zu studieren, aber zugleich schauen, ob man nicht auch von den eigenen Ideen und mit den eigenen Ideen leben könnte. Mit 22 bin ich mit einem literarisch-musikalischen Bühnenprogramm aus dem Studium ausgestiegen. Seither habe ich mit und von meinen Ideen gelebt. Das ist für mich ein grosses Glück. Aber man muss auch ein Echo haben. Wenn mir jemand sagt: Sie haben mich ein Leben lang begleitet, ist das ein sehr schöner Satz. Dann sage ich, das heisst auch, dass Sie mich ein Leben lang begleitet haben. Und ich danke dafür.

Sie haben einmal gesagt, Sie hätten keine Traumberge mehr, was haben Sie sonst für Träume?

Es gibt ein schönes Lied von Josef Reinhart, das heisst (singt) «Möcht no nes bitzeli lä-be, jawoll, das möcht i gärn». Öppe so. Der Zukunftsvorrat ist nicht mehr so gross wie auch schon. Er schmilzt jeden Tag.

In Ihrem Gedichtband «Alt» setzen Sie sich versöhnlich mit dem Alter auseinander.

Man muss einverstanden sein mit seinem Alter und seinem Zustand, auch mit den Beschwerden, die auftauchen, und schauen, wie man damit umgehen kann. Und eben auch das Schöne und Interessante sehen. Das Alter ist ja letztlich ein Experiment.

Was ist schön am Alter?

Dass man sieht, was aus den Leuten geworden ist, die man als Kind gekannt hat, bei denen man gesehen hat, wie sie aufwachsen und zu der Person werden, die sie werden wollten – es gibt ja nicht nur schöne Lebensläufe, das gehört eben auch dazu. Die Entwicklung zu sehen, das Menschheitskarussell anzuschauen, ohne selber noch mitzureiten, das finde ich etwas vom Schönsten beim Älterwerden.

Was würden Sie Franz Hohler zum 75. Geburtstag fragen?

Ich würde ihn fragen: Willst Du nicht wieder ein bisschen mehr laufen? Es ist gar nicht mehr so wichtig, wohin.