Frankreich - Italien

Frankreich und Italien vereinbaren Atom- und Militärprojekte

Sarkozy und Berlusconi planen gemeinsame Projekte

Sarkozy und Berlusconi planen gemeinsame Projekte

Frankreich und Italien haben bei einem Gipfel in Paris gemeinsame Militär- und Atomprojekte auf den Weg gebracht. Die beiden Staaten wollen zusammen eine Gebirgsjägereinheit schaffen, die ab 2013 auch in Afghanistan eingesetzt werden könnte.

Der Kerntechnikkonzern Areva vereinbarte mit der italienischen Ansaldo eine Zusammenarbeit beim französisch-italienischen Projekt zum Bau von "mindestens vier" Druckwasserreaktoren in Italien. Mit Techint kooperiert das französische Unternehmen zukünftig bei Angeboten für schlüsselfertige Atomkraftwerke in Drittstaaten, teilten die Unternehmen in Paris mit.

Die gemeinsame Gebirgsjägereinheit soll nach ersten Plänen mehrere tausend Mann umfassen. "Wir wünschen, dass andere Länder sich der Idee anschliessen", sagte der italienische Aussenminister Franco Frattini der Tageszeitung "Figaro". Dies könnten beispielsweise Spanien oder Deutschland sein.

"Wenn man im Kampf gegen den Terrorismus, bei der Stabilisierung von Krisenzonen und der Atomsicherheit glaubhaft werden will, muss Europa seine eigene Sicherheit "produzieren" und kann sich nicht nur auf die der USA verlassen", sagte Frattini.

Im Bereich der Atomkraft will der französische Areva-Konzern in Zusammenarbeit mit dem Uni-Verbund CIRTEN auch die Ausbildung italienischer Atomtechniker fördern. Italien betreibt bisher keine Atomreaktoren, will 2030 jedoch ein Viertel seines Stroms aus Atomkraft beziehen.

Thema beim Treffen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi war unter anderem die Schuldenkrise in Griechenland. Die Euro-Staaten seien "jederzeit" bereit, Griechenland finanziell zu helfen, wenn die Bedingungen dafür erfüllt seien, betonte Sarkozy.

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