Panama

Frankreich macht Panamas Ex-Machthaber Noriega erneut den Prozess

Noriegas Töchter Sandra (l.) und Thays beim Prozessauftakt in Paris

Noriegas Töchter Sandra (l.) und Thays beim Prozessauftakt in Paris

In Paris hat der Prozess gegen den früheren Machthaber von Panama, Manuel Noriega, begonnen. Der 76-Jährige soll in den 80er Jahren rund 3,15 Millionen Dollar aus Drogengeschäften auf Konten französischer Banken gewaschen haben.

Noriega drohen im Fall einer Verurteilung weitere zehn Jahre Haft. Bereits die vergangenen rund 20 Jahre sass der Ex-General wegen Rauschgifthandels in den USA im Gefängnis. Washington lieferte ihn dann Ende April überraschend nach Frankreich aus.

Ein französisches Gericht hatte Noriega bereits 1999 in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe in Höhe von heute mehr als elf Millionen Euro verurteilt. Der neue Prozess soll bis Mittwoch dauern.

Der Ex-General und seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe und wollen einen Freispruch erreichen. Die Anwälte fordern Noriegas Anerkennung als Kriegsgefangenen. Sie behaupten, dass die in Frankreich investierten Gelder von Familienangehörigen und vom US-Geheimdienst CIA kamen.

Nachdem Noriega unter Putschisten Anfang der 1970er Jahre zum Geheimdienstchef des mittelamerikanischen Landes aufgestiegen war, hatte er enge Kontakte zu den USA - vor allem zur CIA. An deren Spitze stand damals der spätere Präsident George Bush Senior.

US-Beamte lobten damals Noriegas Kooperationsbereitschaft im Kampf gegen den Drogenhandel und zahlten ihm angeblich hunderttausende Dollar. Noriegas Anwälte verweisen ausserdem auf seinen Status als ehemaliger Staatschef. Ihm müsse eigentlich Immunität gewährt werden, heisst es.

"Meine Frankreich-Reisen waren bekannt. Ich habe ganz legal Militärmaterial, Flugzeuge und Waffen bei der französischen Militärindustrie gekauft", sagte Noriega einem französischen Untersuchungsrichter 1995, als er bereits in den USA inhaftiert war.

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