Frankreich

Frankreich bietet Guantánamo-Häftling Aufnahme an

Guantanamo-Häftlinge (Symbolbild)

Guantanamo-Häftlinge (Symbolbild)

Frankreich hat einem Häftling aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo ein konkretes Aufnahmeangebot gemacht. Aussenminister Bernard Kouchner habe dem Gefangenen einen entsprechenden Brief geschrieben, bestätigten Mitarbeiter in Paris.

Auch dessen Familie und die amerikanischen Behörden seien informiert worden. Frankreich hatte bereits vor einiger Zeit seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Häftlingen aus dem weltweit kritisierten Lager eine neue Heimat zu bieten.

US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, Guantánamo zu schliessen. Das Lager war nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 eingerichtet worden.

Bei dem angeschriebenen Gefangenen handelt es sich nach Angaben des Pariser Aussenministeriums um den Algerier Lakhdar Boumediene. Laut französischen Medienberichten soll der Mann seit mehr als sieben Jahren in Guantánamo inhaftiert sein.

Der 42 Jahre alte Familienvater, der im Herbst 2001 in Bosnien festgenommen wurde, sei offensichtlich völlig unschuldig. Er werde in den nächsten Tagen in Frankreich erwartet. Auch seine Frau und seine zwei Töchter dürften vermutlich bald nach Frankreich kommen.

Der Algerier war verdächtigt worden, einen Anschlag auf die US-Botschaft in Sarajevo geplant zu haben. Beweise liessen sich dafür nach französischen Angaben aber nicht finden. In Guantánamo sitzen viele der derzeit noch rund 240 Häftlinge seit Jahren ohne Anklage ein.

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