Die OIF setze sich für ausgewogenere Strukturen der Weltpolitik ein, die der heutigen Zeit entsprächen, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard zum Abschluss des Gipfels.

Der Gipfel rief zu einer Reform der globalen Wirtschaftspolitik auf. Dies soll gemäss Schlusserklärung durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen der UNO - dem Zentrum der Weltpolitik - und ökonomischen Gremien wie der G20 erreicht werden.

Rund 40 Staats- und Regierungsschefs sowie die Delegationen der 70 Mitglied- und Beobachterstaaten nahmen an dem zweitägigen Gipfel der OIF an der Waadtländer Riviera teil.

Anpassung ans 21. Jahrhundert

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy rief zu einer Reform des internationalen Währungssystems auf, die er während des französischen G20- und G8-Vorsitzes im kommenden Jahr weiterbringen möchte.

Die Vertretung im UNO-Sicherheitsrat müsse dem 21. Jahrhundert angepasst werden, forderte Sarkozy weiter. Es sei unverständlich, dass Afrika und Lateinamerika keinen permanenten Sitz in dem Gremium hätten.

Die OIF will sich laut Schlusserklärung für stabile Preise von Grundnahrungsmitteln sowie für die UNO-Millenniumsziele einsetzen. Ausserdem engagiert sie sich gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität und Korruption.

Ursprünglich sollte der 13. Gipfel in Madagaskar stattfinden. Wegen eines Putschs übertrug die OIF im Dezember 2009 der Schweiz die Ausrichtung des Gipfeltreffens. Madagaskar wird so lange von der OIF ausgeschlossen bleiben, bis wieder verfassungsmässige Verhältnisse herrschen.

Netzwerk frankophoner Universitäten

Neben der Schlusserklärung wurden neun Resolutionen verabschiedet. Unter anderem wurde der Vorschlag der Schweiz für ein Netzwerk frankophoner Universitäten angenommen.

Die OIF nahm fünf weiteren Länder als Beobachter auf: die Vereinigten Arabischen Emirate, Bosnien, Estland, die Dominikanischen Republik und Montenegro. Damit umfasst die Organisation 56 Mitglieder und 19 Beobachterstaaten.

Der 75-jährige OIF-Generalsekretär Abdou Diouf wurde per Akklamation für ein drittes Mandat von vier Jahren gewählt. 2012 wird der nächste Frankophonie-Gipfel in Kinshasa stattfinden.