Stadtentwicklungkonzept
Fragen zum schnellen Wandel

Baukräne und immer wieder ändernde Verkehrsführungen: Schlieren steckt in einer schnellen Entwicklung. Im Salmensaal hat die Stadt die Einwohnerinnen und Einwohner über die Stadtentwicklung informiert – und sich ihren Fragen gestellt.

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Baukran

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Limmattaler Zeitung

Daniel von Känel

Industriebrachen verschwinden, sind schon oder werden derzeit überbaut. Andernorts laufen die Planungen für weitere Wohn- und Geschäftsliegenschaften. Die Zürcherstrasse wird auf zwei Spuren verringert, mit eingerechnet bei der Neugestaltung ist auch das Trassee der Stadtbahn Limmattal, und das Zentrum Schlieren wird sein Gesicht durch eine neue Überbauung und einen neuen Stadtpark verändern.

Ein Stadtentwicklungskonzept liegt diesem emsigen Tun zugrunde. Und dieses wiederum wurde an die Hand genommen, nachdem das Image der Stadt Schlieren während Jahren ein schlechtes war. Die Bilder der zig Schrottautohändler auf den Industriebrachen zeugen noch davon. Doch die Stadt durfte den Einwohnerinnen und Einwohnern ein neues Bild präsentieren, das vielerorts noch nicht fertig gemalt ist.

Stadtpräsident Peter Voser, Albert Schweizer, Leiter der Wirtschaftsförderung, Stadtingenieur Manuel Peer sowie Stadtrat Jean-Claude Perrin, Ressortvorstand Bau und Planung, informierten über laufende Projekte wie die neuen Gebäude des Färbi-Areals oder die Zentrumsüberbauung. «Im Zentrum wird vielleicht noch innert Monatsfrist Baubeginn sein», sagte Perrin.

«Was ist mit uns Alten?»

Das Publikum liess mit Fragen und Anmerkungen nicht auf sich warten. «Es ist beachtlich, was alles am Entstehen ist», sagte ein Besucher der öffentlichen Veranstaltung. Doch etwas habe er vermisst, wenn schon die Rede vom Wohnungsbau sei: «Was ist mit uns Alten?», fragte er. Laut Albert Schweizer spreche man Investoren jeweils auf das Thema altersgerechtes Wohnen an.

Die Parzelle Geissweid scheine zudem eine interessante Parzelle dafür zu sein. Und: Derzeit sei man am Abklären, ob das Haus für Betagte Sandbühl nochmals fit gemacht werden könne, weitere mögliche Standorte würden ebenfalls überprüft.

Eine weitere Frage war, ob auch die bestehenden älteren Wohnräume erneuert werden könnten. Von der Stadt aus könne man wenig machen, sagte Manuel Peer. Die Eigentümer müssten etwas machen wollen. So habe die Stadt schon im Baurecht Land abgegeben, an der Sägetrasse seien durch die Baugenossenschaft Limmattal (GBL) neue Liegenschaften entstanden. Beispiel für eine Erneuerung sei auch die Genossenschaftssiedlung Giardino.

«Und der Steuerfuss?»

Mit den neuen Wohnungen erhalte man bessere Steuerzahler. «Wie sieht es also mit dem Steuerfuss aus?», wollte ein weiterer Besucher wissen. Nach dem guten Abschluss müsse man wieder kritischer in die Zukunft schauen, sagte Peter Voser. Insgesamt sei man zuversichtlich, dass die Einnahmen bei den Steuern von natürlichen Personen ansteigen werden. Aber: Das komme nicht von heute auf morgen.

Bei all den vielen vorgestellten Bauvorhaben tauchte auch die Frage auf, wann Schlieren denn gebaut sei - bezogen auf die Einwohnerzahl. Wenn die 16 000 erreicht seien, sagte Perrin, werde dies wohl mittelfristig so bleiben. Denn: Neue Einzonungen hätten in der Vergangenheit nie Erfolg gehabt.

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