«TalkTäglich»
Fluri sieht sich nicht als SVP-Schreck – Burgherr schämt sich

Ist der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri ein «SVP-Schreck»? Und was sagt der Aargauer SVP-Nationalrat und Kantonalpräsident Thomas Burgherr zum «Inländervorrang light»? Im «TalkTäglich» treffen die beiden Politiker aufeinander.

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Im «TalkTäglich» treffen Kurt Fluri und Thomas Burgherr aufeinander. Moderator David Kaufmann leitet das Gespräch.

Im «TalkTäglich» treffen Kurt Fluri und Thomas Burgherr aufeinander. Moderator David Kaufmann leitet das Gespräch.

Der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri hat sich in der Staatspolitischen Kommission für einen «Inländervorrang light» eingesetzt – mit Erfolg. Der Nationalrat möchte die Masseneinwanderungsinitiative mit diesem ausgearbeiteten Kompromiss umsetzen, wie am 21. September entschieden wurde.

Streitgrund für die SVP-Politiker. Sie warfen Fluri vor, ein Verfassungsbrecher zu sein. «Ich hatte schon immer ‹Chretz› mit der SVP», gab dieser am Tag nach der Abstimmung im Interview zu.

Im «TalkTäglich» auf TeleM1 betont der Stadtsolothurner, dass er sich aber nicht als «Schreck der SVP» sieht, wie ihn Moderator David Kaufmann anspricht. «Meine Rolle war es, in der Kommission eine Lösung zu finden. Es hat sich so ergeben, dass die SVP in der Kommission als einzige Partei dagegen war.»

Die Durchsetzung des Kompromisses hatte zur Folge, dass das Klima zwischen ihm und der SVP gelitten hat. Nicht mehr ganz alle SVP-Politiker würden derzeit noch mit ihm sprechen, so Fluri. «Aus der Politik habe ich aber noch nie persönliche Feindschaften geschlossen.» Es störe ihn, wenn man auf persönliche Ebene gehe, «darüber kann ich aber hinweg schauen.»

Der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr spricht noch mit Fluri. Im Talk betont er, dass er den FDP-Politiker als Person schätze. «Wir kommen uns mit einer grossen Achtung entgegen.» Dann ist aber auch schon Schluss mit Lobhudelei. «Ich bin enttäuscht von Ihrer Partei. Sie haben mit den Linken ein Paket geschnürt und verhindert, dass der Volkswille umgesetzt wird. Es war ein Kniefall vor der EU und ein Verrat an der Verfassung.»

Ob Fluri denn nicht denke, dass die SVP – gerade im Hinblick auf die Wahlen im Aargau vom 23. Oktober – «dank Kurt Fluri» zulegen werde, will David Kaufmann wissen. Dieser Ansicht ist der Nationalrat nicht. Auch andere Parteien hätten sich in der Staatspolitischen Kommission gegen die SVP gestellt. «Leute, die sich ausrechnen, was eine Gefährdung der Bilateralen für die Wirtschaft und ihren Arbeitsplatz zur Folge haben könnte, werden nicht umschwenken», so der FDP-Nationalrat.

Burgherr stellt sehr wohl eine Bewegung fest. Die SVP habe in den letzten zwei Wochen zahlreiche Neueintritte verzeichnet. Das führt der Präsident der Aargauer SVP auf die Diskussion in Bern zum «Inländervorrang light» zurück.

Für die Wahlen scheint Burgherr guter Dinge zu sein. Die Partei hält an ihren beiden Kandidaten Franziska Roth und Alex Hürzeler fest. «Roth wäre eine hervorragende Regierungsrätin», schwärmt der Aargauer Nationalrat. (ldu)