Italien

Flüchtlingslager auf Lampedusa wird aufgehoben

Flüchtlinge protestieren in Lampedusa (Archiv)

Flüchtlinge protestieren in Lampedusa (Archiv)

Das Auffanglager im süditalienischen Lampedusa wird geschlossen. Es war international wegen der Tausenden von Flüchtlingen bekanntgeworden, die nach langen Seefahrten dieses Tor nach Europa erreicht hatten.

Nach dem Inkrafttreten eines Abschiebeabkommen zwischen Italien und Libyen zur Bekämpfung der illegalen Migration im Mai sind keine Flüchtlinge mehr auf der 20 Quadratkilometer grossen Insel zwischen Sizilien und Tunesien gelandet. Daher beschloss die Regierung Berlusconi die Schliessung des Auffanglagers. 55 Menschen verlieren ihren Job, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Über 20'000 Flüchtlinge hatten 2008 die Insel Lampedusa erreicht. Die Zahl der Migranten, die nach gefährlichen Überfahrten nach Lampedusa gelangten, hatte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 mehr als verdoppelt.

Die "Clandestini", die Heimlichen, wie in Italien illegale Immigranten bezeichnet werden, kamen nach ihrer Ankunft auf Lampedusa ins Auffanglager. Dieses befindet sich hinter dem Hauptdorf in einer schmalen Schlucht, umgeben von meterhohem Stacheldraht. Keiner darf ohne Genehmigung hinein und erst recht nicht hinaus. Das Flüchtlingslager war erst 2008 ausgebaut worden.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und Menschenrechtsorganisationen haben das neue Abschieberegime verurteilt. Es verstösst gegen die Flüchtlingskonvention der UNO, die politischen Flüchtlingen ein Recht auf ein Asylverfahren zuspricht.

Bei einer kollektiven Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten ohne Prüfung eines Asylantrags wird dieses Recht verletzt. Libyen wird zudem vorgeworfen, die Abgeschobenen zu misshandeln.

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