Das UNO-Flüchtlingshilfswerk erfasste die Zahlen von 44 Regierungen in Europa, Nordamerika und Teilen des asiatisch-pazifischen Raums. In diesen Ländern ersuchten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 330'700 Menschen um Anerkennung als Flüchtlinge.

Das sei ein Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, heisst es in einem am Freitag veröffentlichten UNHCR-Bericht. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 mit 328'100 Anträgen sei es eine leichte Zunahme.

"Ära wachsender Konflikte"

Im Bericht warnt die UNO-Organisation davor, dass die Gesamtzahl der Asylsuchenden - vor allem getrieben von den Konflikten im Irak und in Syrien - auf 700'000 steigen könne. Dies wäre ein Niveau, das es in Industrienationen zuletzt während der Balkankriege in den 1990er Jahren gegeben habe.

"Wir sind in einer Ära wachsender Konflikte", sagte UNO-Hochkommissar António Guterres. "Die internationale Gemeinschaft muss ihre Bevölkerungen darauf vorbereiten, dass in den kommenden Monaten mehr und mehr Menschen kommen werden, die Zuflucht und Hilfe brauchen."

Mehr Anträge in der Schweiz

Auch in der Schweiz steigt die Zahl der Asylgesuche. Das Bundesamt für Migration (BFM) rechnet mit 24'000 bis 25'500 Asylgesuchen für das ganze Jahr 2014. Das wäre etwa ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Mit 19'400 Asylanträgen lag die Schweiz 2013 an neunter Stelle der Aufnahmeländer. Gemessen an der Zahl der Asylanträge pro 1000 Einwohner belegte die Schweiz 2013 hinter Malta, Schweden, Liechtenstein und Luxemburg Rang 5.

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit wurde für das Jahresende 2013 mit 51,2 Millionen angegeben, wobei die meisten von ihnen innerhalb ihrer Heimatländer auf der Flucht seien oder in Nachbarstaaten Zuflucht suchten.