Frankreich

Flüchtlinge aus geräumtem «Dschungel"-Lager sind zurückgekehrt

Einwanderungsminister Eric Besson (Archiv)

Einwanderungsminister Eric Besson (Archiv)

Eine Woche nach der medienwirksamen Räumung eines illegalen Flüchtlingslagers am Ärmelkanal sind viele Einwanderer in das Küstengebiet zurückgekehrt.

"Die Polizei hat uns in Nîmes (in Südfrankreich) abgesetzt, mehr als tausend Kilometer von Calais entfernt, und wir haben mit dem Zug zurückfahren müssen", sagten drei junge Afghanen, die am Dienstag vergangener Woche aus dem weggebracht worden waren.

Sie seien gleich am nächsten Tag nach Calais zurückgekommen und versuchten jetzt wieder jeden Abend, über den Kanal nach Grossbritannien zu gelangen - wie die meisten Flüchtlinge in Nordfrankreich.

Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Belle Etoile bestätigte die Rückkehr der Flüchtlinge. Ein anderer Helfer sagte, es herrsche seit einigen Tagen "eine unglaubliche Aggressivität" in Calais. Die Einwanderer seien "sehr angespannt". Ein Grossteil derer, die in das Gebiet zurückgekehrt seien, seien Schleuser.

Die konservative Regierung hatte das als "Dschungel" bekannte Lager vergangene Woche räumen lassen. Dabei wurden mehr als 250 Menschen, darunter etwa die Hälfte minderjährig, abgeführt; die meisten Flüchtlinge hatten das Lager allerdings schon in den Tagen zuvor verlassen, weil die Räumung angekündigt worden war.

Einwanderungsminister Eric Besson sagte, der Einsatz sei "ein Erfolg" gewesen. Das Ziel, ein wildes Lager und "eine Drehscheibe für Menschenhändler" zu zerstören, sei erreicht.

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