Das ist die Idee hinter der Motion, die der Nationalrat Louis Schelbert (Grüne/LU) diese Woche eingereicht hat. Sie verlangt, dass die Anforderungen bezüglich der Deklaration bei Fisch und Fleisch gleichgesetzt werden. «Ich sehe es nicht ein, wieso ein Nahrungsmittel wie Fisch, das die gleiche Funktion hat wie Fleisch, anders behandelt werden soll», sagt Schelbert.

Keine Pflicht für Restaurants

Heute bestehen beim Fleisch weitgehende Deklarationspflichten – ob es nun offen oder verpackt verkauft oder im Restaurant angeboten wird. Beim Fisch ist es nur beim verpackten Produkt so. Beim Offenverkauf und im Restaurant gelten keine Deklarationspflichten. Geht es nach Schelbert soll der Konsument wissen, aus welchen Gewässern der Fisch stammt. «Dann weiss ich auch, ob der Fisch dort als gefährdet eingestuft wurde.» Wichtig seien zudem die Informationen über die Aufzucht – ob wild gefangen, aus einer Zucht und ob biologisch oder nicht.

Seine Motion sei sowohl im Sinne der Konsumenten als auch der Fischer, weil der einheimische Fisch mehr Unterstützung erhalte. «Wenn der Konsument weiss, dass der Fisch aus dem See oder dem Fluss in der Nähe kommt, verbessert dies auch seine Verkaufschance», argumentiert Schelbert. Für die Deklaration will er aber für inländischen und ausländischen Fisch gleiche Anforderungen. So gebe es auch keinen Ansatz wegen irgendwelcher Wettbewerbsverzerrungen zu reklamieren.

Beim Schweizerischen Fischerei-Verband (SFV) stösst der Luzerner auf offene Ohren. «Eine klare und umfassende Deklaration bei Fischen – seien es Fischart, Herkunft, Wildfang oder Haltungsweise – ist zweifellos im Interesse der Konsumenten und wird von uns sowohl im Detailhandel aus auch im Gastgewerbe unterstützt», sagt SFV-Zentralpräsident Roland Seiler. Auch seitens der Berufsfischer, die ebenfalls im SFV organisiert sind, ist man an einer Deklarationspflicht interessiert. Qualität von Fischen hänge weitgehend von deren Frische ab. Dies würden die Berufsfischer erreichen, indem sie ihre Fische grösstenteils regional verteilen und so die Transportwege kurz halten, was wiederum nachhaltig ist.

Detailhändler eher skeptisch

Die grossen Detailhändler Migros und Coop sind – obwohl beide über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus ihre Fische deklarieren – eher skeptisch gegenüber einer detaillierten Deklaration von Fisch. Wie es auf Anfrage bei der Migros heisst, wäre eine Pflicht für die Herkunftsangabe «gut machbar». Eine Deklaration der Fanggebiete und -methoden wäre laut Gabi Buchwalder, Projektleiterin Wirtschaftspolitik, «sicher um einiges komplizierter, falls überhaupt machbar». In Migros-Restaurants werde die Herkunft des Fisches nicht deklariert. «Die Kunden können aber mündlich Auskunft verlangen.»

«Aus unserer Sicht ist die Deklaration auf Gesetzesebene nicht sinnvoll, weil gerade für fairen Fischhandel schon sehr viel gemacht wird», sagt Coop-Mediensprecherin Sabine Vulic. Coop sei Gründungsmitglied der WWF Seafood Group und setze sich seit 2007 für fairen Fischfang ein. «Wo immer wir Fisch gemäss dem MSC-Label für Fisch aus nachhaltiger Fischerei beschaffen können, wird dies gemacht», sagt Vulic. Coop verbiete zudem den Verkauf von bedrohten Arten. Alle Fische – sowohl im Restaurant als auch im Tiefkühl-, Abpack- und Offenverkauf – werden bei Coop nach ihrer Herkunft respektive ihrem Zuchtort deklariert.