Findling

Findling als Stein des Anstosses

«Die Lastwagen machen das Land kaputt und haben schon mehrmals meinen Holzzaun eingedrückt», sagt Wilhelm Ruckensteiner

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«Die Lastwagen machen das Land kaputt und haben schon mehrmals meinen Holzzaun eingedrückt», sagt Wilhelm Ruckensteiner

Wilhelm Ruckensteiner vom Rainächer-Quartier in Rekingen ärgert sich über das Vorgehen der Gemeinde. «Ich habe die Schnauze gestrichen voll», sagt er und zeigt mit der Hand auf den Garten. «Das ist eine Riesensauerei.»

Im Jahr 2005 hat Wilhelm Ruckensteiner zusammen mit seinem Sohn ein Haus im Rainächer-Quartier gekauft und bezogen. An der Grenze des Grundstücks befanden sich schon damals drei grosse Steine. Am 29. Januar dieses Jahres fuhr Werner Schumacher, Gemeinderat in Rekingen und Inhaber einer Gartenbaufirma, mit einem Lastwagen vor. Schumacher befestigte die Findlinge am Kran und deponierte sie hinter dem Zaun in Ruckensteiners Garten. «Ohne Vorankündigung steht der eines Nachmittags einfach vor dem Haus. Das ist der Gipfel», sagt der Bewohner. «Ich wurde ziemlich laut.» Genützt hat es nichts. Noch immer liegen die Steine im Garten.

Ohne Steine kein Schutz

Das Problem ist laut Ruckensteiner, dass auf den Quartierstrassen immer wieder Lastwagen zirkulieren. Weil aber die schweren Gefährte auf der engen Kreuzung vor seinem Haus zuwenig Platz zum Abbiegen haben, weichen sie auf die Wiese aus und kommen seinem Zaun bedrohlich nahe. «Früher haben die Steine für einen gewissen Schutz gesorgt», sagt Ruckensteiner. «Jetzt machen die Lastwagen das Land kaputt und haben schon mehrmals meinen Holzzaun eingedrückt. Den Schaden muss ich selber tragen. Die Reparatur kostet mich stets Geld und Zeit.»

Der Schwerverkehr hat seiner Meinung nach im Quartier nichts verloren. Auch der Wegweiser am Rheinweg sei schon einmal aus der Betonverankerung gerissen worden. «Das Ganze ärgert mich fürchterlich.» Ruckensteiner schaltete die Polizei ein und wurde beim Gemeindeschreiber vorstellig. Auch schrieb er Gemeinderat Werner Schumacher einen Brief. Darin forderte er, sämtliche Findlinge seien wieder am ursprünglichen Standort zu platzieren.

Die von ihm gesetzte Frist lief am 26. Februar ab. In einem Schreiben antworteten Gemeindeammann Anton Barth und Gemeindeschreiber Martin Hitz, dass bei Einfriedungen grundsätzlich ein Mindestabstand von 60 Zentimetern zum Strassenrand eingehalten werden müsse (separater Text). «Das ist doch Quatsch», sagt Ruckensteiner. Vom Bezirksgeometer habe er sich die Pläne geben lassen. Darauf sei zu sehen, dass die heutigen Strassen stellenweise viel zu schmal seien - mancherorts bis zu zwei Meter.

«Ich möchte meine Ruhe haben»

«Wo gearbeitet wird, kann einmal etwas passieren. Aber es darf doch nicht immer wieder zu Schäden kommen», sagt Wilhelm Ruckensteiner. Seiner Ansicht nach müsste die Gemeinde für die Instandstellung oder die Verbreiterung der Strasse sorgen. «Davon will niemand etwas wissen, weil das viel kostet. Dafür habe ich ja noch Verständnis.»

Vielleicht aber könnte die Strasse für den Lastwagenverkehr gesperrt werden, meint der Rekinger. Wichtig ist ihm in erster Linie, dass die drei Steine ausserhalb des Zauns platziert werden. «Ich will keinen Streit mit der Gemeinde. Aber ich möchte endlich meine Ruhe haben und nicht Woche für Woche neue Überraschungen erleben.»

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