Bankgeheimnis

Finanzdirektoren stellen sich vor Christian Wanner

Josef Dittli wurde als Bundesratskandidat angefragt (Archiv)

Josef Dittli wurde als Bundesratskandidat angefragt (Archiv)

Der vom FDP-Präsidenten Philipp Müller kritisierte Finanzdirektorenpräsident Christian Wanner erhält Rückendeckung von seinen Amtskollegen. Über einen allfälligen automatischen Informationsaustausch müsse man sich Gedanken machen, so der Tenor.

Vorauseilender Gehorsam sei falsch, will sich der Urner Finanzdirektor Josef Dittli (FDP) verstanden wissen. Damit kritisiert er aber nicht seinen Partei- und Amtskollegen aus dem Solothurnischen, den Präsidenten der Finanzdirektorenkonferenz (FDK) Christian Wanner. Im Gegenteil: «Wir kommen nicht darum herum, uns Gedanken über den automatischen Informationsaustausch zu machen für den Fall, dass dieser zum internationalen Standard wird.»

Damit ist Dittli gleicher Meinung wie Wanner: Kommt es zum automatischen Informationsaustausch, dann müssten die inländischen Steuerbehörden den ausländischen gleichgestellt werden.

Wanner fühlte sich angegriffen

Dittli stellt sich so vor den gestern vom FDP-Präsidenten Philipp Müller arg kritisierten FDK-Präsidenten Christian Wanner. Müller warf Wanner und den Kantonen vor, einseitig auf Steuereinnahmen aus zu sein und Werte wie die Privatsphäre der Schweizer Bankkunden in den Wind zu schlagen. Heute wehrte sich Wanner, der sich persönlich angegriffen fühlte. Es sei nicht wahr, dass die Kantone einseitig aufs Geld aus seien. Er selber sei der «glücklichste Mensch», wenn sich der automatische Informationsaustausch verhindern lasse.

Ausser Dittli will sich kein freisinniger Finanzdirektor zum Streit zwischen Müller und Wanner äussern. Doch gemäss Dittli unterstützt die Mehrheit der Finanzdirektoren die Argumentation Wanners.

Sogar die Anfrage bei der Schaffhauser Schatzmeisterin Rosmarie Widmer Gysel bestätigt dieses Bild. Auch wenn sie sich als Vertreterin der SVP, die einen automatischen Informationsaustausch kategorisch ablehnt, nicht direkt dazu äussern man – sie nimmt Wanner in Schutz: «Auch wenn wir den automatischen Informationsaustausch nicht wollen – Gedanken darüber müssen wir uns trotzdem machen.» (dfu)

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