Statistik
Feuerwehren mussten so oft wie noch nie ausrücken – jeder fünfte Einsatz wegen falschen Alarms

200 Mal pro Tag sind die Feuerwehren in der Schweiz und in Liechtenstein letztes Jahr im Durchschnitt ausgerückt, so oft wie noch nie in den letzten Jahren. Nach wie vor geht mehr als jeder fünfte Einsatz auf falschen Alarm zurück.

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Die Feuerwehren in der Schweiz und Liechtenstein hatten 2017 mehr zu tun. (Symbolbild)

Die Feuerwehren in der Schweiz und Liechtenstein hatten 2017 mehr zu tun. (Symbolbild)

Kenneth Nars

Insgesamt stieg die Zahl der alarmmässigen Einsätze 2017 gegenüber dem Vorjahr um rund 2800 auf knapp 72'800. Das ist der höchste Stand seit der Einführung der Feuerwehrstatistik im Jahr 2004, wie aus den aktuellen Daten der Feuerwehr Koordination Schweiz (FKS) hervorgeht.

Mehr Arbeit verursachte den 1270 Feuerwehrkorps im vergangenen Jahr vor allem die Brandbekämpfung mit gut 13'400 Einsätzen. Auch die technischen Hilfeleistungen (12'900) nahmen markant zu. Hingegen ging die Zahl der Einsätze wegen Elementarereignissen um fast ein Fünftel auf 8700 zurück.

Die Zahl der unechten Alarme nahm zwar ebenfalls ab. Trotzdem mussten die Feuerwehren auch 2017 am häufigsten wegen übereifriger Brandmeldeanlagen, missbräuchlicher Notrufe oder irrtümlicher Meldungen ausrücken, nämlich gut 15'700 Mal. Die falschen Alarme bescherten den Wehrdiensten über 106'000 Einsatzstunden. Nur die eigentlichen Löscheinsätze beanspruchten mit 334'000 Stunden noch mehr Zeit.

Bestand um ein Viertel verringert

Der Personalbestand der Feuerwehren in der Schweiz und im Fürstentum reduzierte sich im Vergleich zu 2016 um 3088 oder 3,5 Prozent auf 85'164 Personen. Die FKS erklärt den Rückgang auf ihrer Homepage grösstenteils mit den neuen Erhebungsmethoden einzelner Kantone, mit denen Doppelzählungen vermieden werden. Trotzdem hat sich der Gesamtbestand seit 2004 um rund ein Viertel verringert.

Anders sieht es mit dem Frauenanteil in den Feuerwehrorganisationen aus: Dieser stieg in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich an und beträgt neu 9.5 Prozent. Der Anstieg des Frauenanteils fällt umso mehr ins Gewicht, betrachtet man den gesamthaften Rückgang der Feuerwehr-Mitgliedern. Zwischen den einzelnen Kantonen bestehen jedoch erhebliche Unterschiede, merken die Verfasser der Statistik an. (sda/sam)