Sandra Kohler

«Der Grossteil der 80 angeschriebenen Personen ist an die Rekrutierungsanlässe erschienen oder hat sich mit triftigen Gründen abgemeldet», sagt Sandro Stamm, Präsident der Hirschthaler Feuerwehrkommission und Kommandant der lokalen Feuerwehr. Nicht so deren vier. Sie erhielten einen Brief von der Gemeinde mit dem betreffenden Gesetzesauszug – und einem Bussenzettel über 100 Franken.

Die Feuerwehrkommission hat sich entschieden, gegen die Personen Anzeige wegen unentschuldigtem Fernbleiben zu erstatten. Diese Möglichkeit besteht, denn in der Schweiz ist jede Frau und jeder Mann in ihrer Wohngemeinde feuerwehrpflichtig. Diese Pflicht wird entweder durch aktiven Dienst oder durch die Leistung des jährlichen Pflichtersatzes erfüllt.

Die Aargauische Gebäudeversicherung (AVA) erteilt jeder Gemeinde eine Richtgrösse für die lokale Feuerwehr. Findet eine Feuerwehr nicht genügend Leute, die «freiwillig» den Dienst leisten möchten, kann sie Zwangsrekrutierungen durchführen. Dies war auch in Hirschthal der Fall. «Es wäre den anderen gegenüber nicht fair gewesen, wenn wir das Fehlverhalten der vier Personen nicht geahndet hätten», erklärt Stamm den Entscheid der Kommission.

Auch gegen Mitglieder können Bussen ausgesprochen werden

Ebenfalls können Bussen verteilt werden, wenn Mitglieder unentschuldigt von Pflichtübungen fernbleiben. Im Aargauischen Feuerwehrgesetz, Paragraph 14, Absatz 2, heisst es dazu: «Die Busse beträgt pro Dienstversäumnis mindestens Fr. 5.-, im Wiederholungsfall innert Jahresfrist höchstens den vierfachen Übungssold, mindestens aber Fr. 20.-.»