Feuer
Feuer und Flamme für Fusionierung

Feuerwehrleute und Instruktoren des Kantons Bern wollen 2010 zu gemeinsamem Verband zusammenspannen

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Auf dem Arbeitsmarkt bedeutet «Synergien nutzen» selten etwas Gutes. Meist malen die Chefs damit nur schön, was tragisch ist - nämlich, dass Stellen abgebaut werden. Etwas anders sieht das in Vereinen aus, wo nebenberuflich oder ehrenamtlich gearbeitet wird: Hier kann Synergie ein positives Verhindern von Doppelspurigkeiten bedeuten. Deshalb sind die Vorstandspräsidenten der bernischen Kantonalverbände von Feuerwehrleuten und Instruktoren davon überzeugt, dass eine Fusion für sie das richtige Mittel ist. Der kantonale Feuerwehrverband und die Instruktoren-Vereinigung planen, ihre Organisationen im nächsten Jahr zusammen zu führen.

Engpässe in den Vorständen führten zur Idee. Eine Warnung gab der oberste bernische Feuerwehrmann Heinz Thomann vor kurzem an der Delegiertenversammlung von sich: 2008 sei der Vorstand wiederholt an Limits gestossen. «Es ist immer wieder schwierig, die zehn Mitglieder an einen Tisch zu bekommen, da wir alle noch einen Beruf und eine Familie haben. Wir haben Kapazitätsprobleme», gibt Thomann gegenüber dem «Sonntag» zu. Im nächsten Jahr werde es im Feuerwehrverband vier neue Vakanzen geben, und bisher sind noch keine Nachfolger in Sicht. Betroffen ist auch der Präsident selber - er wird nach sechs Jahren sein Amt niederlegen.

Durch die Fusion soll den Engpässen ein Riegel geschoben werden. Die Vorstände würden zusammengezogen, die Gesamtanzahl der Mitglieder reduziert. «Die Organisation wird effektiver», glaubt Thomann. Bereits heute würden die beiden Verbände ähnliche Interessen separat vertreten. Auch in politischen Fragen, wie etwa der Steuerbefreiung von Feuerwehrsold, könnte man zukünftig stärker reagieren.

«Lieber jetzt, bevor es zu spät ist», sagt Patrick Widmer, Präsident der bernischen Feuerwehr-Instruktoren-Vereinigung. Auch die Instruktoren könnten sich gegenüber den Gebäudeversicherungen, ihren Arbeitgebern, besser behaupten. Abgesehen von der Tatsache, dass die personellen Probleme mit der Fusion bekämpft würden, erhoffe man sich Vorteile bei der Weiterbildung. Diese werden durch die Instruktoren für die Feuerwehr durchgeführt.

Bereits 2010 könnte die Zeit des 112-jährigen Feuerwehrverbands und der 87-jährigen Instruktoren-Vereinigung zu Ende sein. Die Statuten für die gemeinsame, neue Organisation namens «Feuerwehrverband Bern» werden demnächst an sämtliche Vereinsmitglieder zur Mitwirkung verschickt. Im Januar und März 2010 sollen die Delegierten dann über die Auflösung der beiden alten und die Gründung der neuen, gemeinsamen Organisation entscheiden.

Einfach wird das nicht. Widmer erklärt, man wolle die Mitglieder der Vereine vorsichtig ins Boot holen. «Traditionelle Institutionen zu verabschieden, ist schwierig.» Darauf reagieren altgediente Mitglieder oft allergisch. Dem wirke man mit einer Umstellung in «homöopathischen Dosen» entgegen.(fup)