Limmatal
Feines Essen, toller Ausgang

Verkehr, Ausländer, Kultur und Ausgang: Dies sind die Kernthemen bezüglich ihrer Region, welche die Limmattalerinnen und Limmattaler beschäftigen. Gefordert wird weiter eine verstärkte Zusammenarbeit unter den Gemeinden.

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Ausgang

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Limmattaler Zeitung

Vereinzelte Limmattalerinnen und Limmattaler würden es «schlicht als Geschenk betrachten», in einer Region leben zu können, wo «Milch und Honig in so reichem Masse fliessen». Diese Aussage machte die Standortförderung Limmattal. Sie stützt sich dabei auf eine Onlineumfrage unter 200 Personen, die im ersten Quartal 2009 einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt hatten. Die Ergebnisse wurden Anfang Mai publiziert. Gestern meldete die Standortförderung als zweiten Teil der Umfrageauswertung die Verbesserungsvorschläge der Befragten.

Verkehrsbelastung ist erstes Thema

Als Problem Nummer eins wurde die Belastung durch den Durchgangsverkehr genannt. Ein Umfrageteilnehmer erwähnte, dass es wohl kein zweites Tal in der Schweiz gebe, durch das vier stark befahrene Durchgangsstrassen führten. Entsprechend fordern die Limmattalerinnen und Limmattaler eine bessere Verkehrsführung.

Ebenso stark scheint das Verlangen nach einem weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu sein. Neben einer eigenen Stadtbahn oder zumindest zusätzlichen S-Bahn-Haltestellen wurden bessere Busverbindungen zwischen den einzelnen Gemeinden sowie ein erweitertes Angebot von an Wochenenden verkehrenden Nachtbussen gefordert. Vereinzelt wurde ein Ausbau des Radwegnetzes verlangt.

Forderung nach Lärmschutz

Ein Grossteil plädiert zudem für verstärkte Lärmschutzmassnahmen. Reduktion des Strassen-, Bahn- und Fluglärms. Dies, indem zusätzliche Überdachungen von Autobahnteilstücken, ein gut ausgebauter Lärmschutz im Zusammenhang mit einem allfälligen Gateway Limmattal sowie weniger Abflüge ab Kloten übers Limmattal gefordert werden.

Die Forderungen im Limmattal reichen von einer Reduktion der ausländischen Wohnbevölkerung über eine Attraktivitätsverminderung der Region für «Sozialfälle und schlecht integrierte Fremdsprachige» bis hin zur Forderung eines vermehrten Einbezugs der Ausländer in die Verantwortung der Gemeinde oder verstärkter Integrationsmassnahmen seitens der Gemeinden und Kantone.

Attraktivität der Zentren fördern

Beklagt wird die fehlende Attraktivität der Zentren, eine fehlende Durchmischung der Ladenstruktur und folglich einen zunehmenden Verlust attraktiver Läden und Fachgeschäfte. Ebenso bemängeln die Limmattaler und Limmattalerinnen in ihren Zentren fehlende Fussgängerfreundlichkeit, unattraktive oder schlicht zu wenige Abend- und Wochenendangebote sowie überaus häufig ein mangelhaftes kulinarisches Angebot, sprich gemütliche Quartiercafés und Speiselokale der gehobenen Art.

Viele unterstellen ihrer Region eine fehlende kulturelle Attraktivität. So fehlt ihnen ein interessantes Begegnungszentrum oder zusätzlicher Raum für Kulturschaffende. Diese Kritik ist gemäss einem Befragten insofern von besonderer Wichtigkeit, als ein verbessertes Kulturangebot ein echter Standortvorteil wäre.

Auch wünschen sich zahlreiche Limmattaler generell ein besser ausgebautes Freizeitangebot. Dabei denken sie an grosse Kinderspielplätze mit Cafés und Verpflegungsmöglichkeiten für Kinder und Betreuende, moderne Sportanlagen, grüne Parks, überregionale Eishallen und gar Freizeitparks nach dem Vorbild des Säntisparks in Abtwil.

Mehr Häuser für junge Familien

Damit in Einklang stehen die städtebaulichen Forderungen der Limmattaler nach einer in Zukunft verringerten Baudichte. Nicht weniger passend ist in diesem Kontext auch das Plädieren für mehr Einfamilienhäuser für junge Familien, mehr attraktiven Wohnraum sowie weniger eingeschränkten Ausbaumöglichkeiten von bestehenden Liegenschaften einerseits, als auch eine Reduktion der Grosswohnprojekte andererseits.

Auf politischer Ebene fordert ein ausgesprochen grosser Anteil der Befragten eine verstärkte Zusammenarbeit der Limmattaler Gemeinden, insbesondere bei gleicher Interessenlage: Für das «Kistli-Denken» bleibe weder Zeit noch Ressourcen, heisst es etwa.

Vermehrte Kooperation verlangen die Limmattaler überdies auch von den Kantonen Aargau und Zürich. Dies vor allem hinsichtlich einer effektiveren Limmattaler Interessenvertretung gegenüber anderen Regionen. Nicht zuletzt verlangen zahlreiche Limmattaler und Limmattalerinnen eine Imageverbesserung ihrer Region und folgerichtig einen Ausbau der regionalen Standortförderung. (LiZ)