Nein, nicht Roger, aber dennoch ein Federer: Pater Urban Federer wird der 59. Vorsteher der im Jahr 934 gegründeten Benediktinerabtei.

Das teiltwie das Kloster Einsiedeln am Dienstag mitteilte. Er soll am 22. Dezember 2013 eingesetzt werden.

Die Klostergemeinschaft freue sich, dass Papst Franziskus die Wahl bestätigt und den Neugewählten ernannt habe, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Kloster markierte die Bekanntgabe des neuen Abts am Dienstagmittag mit Glockengeläut.

Für zwölf Jahre gewählt

Federer wurde von der Klostergemeinschaft für eine Amtszeit von zwölf Jahren gewählt. Als Abt von Einsiedeln steht er auch dem Frauenkloster Fahr AG vor und ist Mitglied der Schweizerischen Bischofskonferenz.

Seit 2010 stand er als Dekan dem bisherigen Abt zur Seite. Nach dem Badminton-Unfall von Abt Martin Werlen übernahm Federer Anfang 2012 für rund drei Monate die Amtsgeschäfte der Abtei.

Der promovierte Federer unterrichtete bisher an der Stiftsschule Deutsch und Religion. Ausserdem fungiert er als Redaktor für die klostereigene Zeitschrift "Salve". Daneben ist er Vorstandsmitglied bei der Einsiedler Welttheater-Gesellschaft.

Bruder von CVP-Nationalrätin

Der neue Abt ist der Bruder der Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. Wie sein Vorgänger Martin Werlen richtet sich auch Urban Federer seit 2010 regelmässig über den Kurzmitteilungsdienst Twitter an die Gläubigen.

Federer gilt gemäss Kennern des Klosters als fortschrittlich und umgänglich. Er steht damit in der Tradition seines Vorgängers Martin Werlen.

Werlen tritt nach zwölfjähriger Amtszeit in die Reihe der Mitbrüder zurück. Der Gommer nutzte gewandt die modernen Medien, zeigte sich offen gegenüber Zweiflern und übte selbst Kritik an der Kirche.

Werlen

verabschiedet sich auf Twitter

Werlen twitterte kurz vor dem Mittag: "Mit grosser Dankbarkeit verabschiede ich mich jetzt von der Twitterfamilie. Habe hier sehr viel gelernt!"

Weil Einsiedeln direkt dem Vatikan untersteht und der Abt den Rang eines Diözesan-Bischofs einnimmt, musste Federers Wahl vom Papst bestätigt werden.

Die Abtei Einsiedeln verfügt über grossen Grundbesitz in fünf Kantonen und Österreich. Seit dem Jahr 1130 gehört auch das Benediktinerinnenkloster Fahr, eine Aargauer Exklave im Kanton Zürich, zu Einsiedeln. Der Abt von Einsiedeln ist somit auch Abt von Fahr, wobei der Schwesterngemeinschaft eine Priorin vorsteht.