Über 300 Freisinnige haben am Samstagmorgen in Wil einstimmig Karin Keller-Sutter als Bundesratskandidatin nominiert. Sie machten klar, dass es wieder eine Ostschweizer Vertretung in der Landesregierung brauche.

"Wir fordern: Die Ostschweiz muss im Bundesrat vertreten sein. Und zwar mit Karin Keller-Sutter", sagte Raphael Frei, Präsident der FDP St.Gallen, an der Nominationsversammlung in Wil. Gleicher Meinung sind auch die FDP-Mitglieder: Einstimmig sprachen sie sich für Karin Keller-Sutter aus. Über 300 Freisinnige sind angereist. Laut Frei ist das Teilnehmerrekord für eine Mitgliederversammlung, wie es in einer Mitteilung heisst.

FDP Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter bei ihrer Nominationsansprache, aufgenommen am Samstag, 20. Oktober 2018, in der Stadthalle Wil bei der FDP Nominationsversammlung fuer Staenderatspraesidentin Karin Keller-Sutter fuer die naechsten Bundesratswahlen am 5. Dezember 2018 in Bern. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Karin Keller-Sutter während ihrer Rede an der Nominationsversammlung der FDP St.Gallen in Wil.

FDP Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter bei ihrer Nominationsansprache, aufgenommen am Samstag, 20. Oktober 2018, in der Stadthalle Wil bei der FDP Nominationsversammlung fuer Staenderatspraesidentin Karin Keller-Sutter fuer die naechsten Bundesratswahlen am 5. Dezember 2018 in Bern. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Karin Keller-Sutter sagte in ihrer Rede, dass zwei Aspekte den Ausschlag für ihre Kandidatur gegeben hätten. Sie habe als Ständerätin in den vergangenen sieben Jahren sehr viel lernen und ihre politische Erfahrungen erweitern können. Als Ständeratspräsidentin habe sie zudem den Parlamentsbetrieb gründlich kennengelernt und den Rat auch nach aussen vertreten.

Weiter sagte Keller-Sutter, dass sie mit 54 Jahren in einer Lebensphase sei, in der sie sich frei fühle für das Amt.

Neben der St. Galler Kantonalparteien und deren Präsidenten nahmen auch die FDP-Präsidenten aus den Kantonen Thurgau und Appenzell-Ausserrhoden sowie Regierungs- und Nationalräte aus allen drei Kantonen am Anlass teil, wie die FDP St. Gallen mitteilte.

Es müsse vorbei sein mit dem Jammern, sagte der sanktgallische Parteipräsident Raphael Frei. Die Ostschweiz und St. Gallen dürften sich nicht weiter unter ihrem Wert verkaufen.

Einstimmig als Bundesratskandidatin nominiert: Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Parteikollegen an der Nominationsveranstaltung in Wil SG.

Einstimmig als Bundesratskandidatin nominiert: Karin Keller-Sutter im Gespräch mit Parteikollegen an der Nominationsveranstaltung in Wil SG.

Überparteiliche Unterstützung

Für die Kantonsregierung unterstützen Regierungspräsident Stefan Kölliker (SVP) und sein Kollege Marc Mächler (FDP) die Kandidatur Keller-Sutters. Kölliker erklärte, im Bundesrat brauche es die Fähigsten. Mächler lobte die Gradlinigkeit der Kandidatin. Die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann (CVP) zeigte sich stolz.

Die Ständeratspräsidentin Keller-Sutter dankte dem Volk ihres Kantons und der kantonalen FDP. Die liberalen Grundsätze bildeten ihren Kompass. Das hindere sie aber nicht daran, tragfähige Lösungen zu finden.

Die Delegierten beschlossen einstimmig, Keller-Sutter ins Rennen um den freiwerdenden FDP-Sitz von Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu schicken. Dies unterstrichen sie mit einem langanhaltenden, stehenden Applaus.

Zwei Konkurrenten

Neben Keller-Sutter wollen für die FDP auch der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler für den Bundesrat kandidieren. Amsler wurde am Donnerstag von seiner Kantonalpartei nominiert, die Nidwaldner FDP entscheidet am kommenden Dienstag. Wicki macht geltend, die Zentralschweiz sei schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten und Nidwalden sei es sogar noch nie gewesen.

Fristablauf für die Eingabe von Kandidaturen ist Mittwoch, der 24. Oktober. Der Vorstand der FDP Schweiz wird am 9. November einen Vorschlag zuhanden der Bundeshaus-Fraktion formulieren. Diese nominiert dann am 16. November die finalen Kandidaturen für die Bundesratswahl vom 5. Dezember.