Claudia Landolt

«Das wilde Plaktieren war bei uns schon immer ein Thema», erklärt Christian Scheuermeyer gegenüber a-z.ch «Me sött ou Plakat ufstelle, hiess es dann. Der Wille war da, es scheiterte jeweils einfach an der Umsetzung.»

Im Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radio DRS vom Montagmorgen äusserte sich der Präsident der FDP Kanton Solothurn zur entsprechenden Debatte. «Wir haben uns bislang zu wenig Gedanken über eine solche Umsetzung gemacht, und immer erst nach den Abstimmungen gemerkt, dass man dies eigentlich auch noch konsequent und flächendeckend hätte tun sollen. Es gibt aber schon heute Ortsparteien, welche das wilde Plakatieren hervorragend umsetzen». Wildes Plakatieren sei eine sehr effektive Form der Werbung und ein tolles Marketingsinstrument mit bestem Kosten-Nutzen-Verhältnis, führt Scheuermeyer weiter aus.

Die SVP verfügt traditionell über beste Kontakte zu Bauern und Gewerbler mit eigenem Land und Boden. Daher ist das wilde Plakatieren traditionell bei der Volkspartie in fester Hand. Die FDP Kanton Solothurn funktioniere da ähnlich, sagt Scheuermeyer. «Wir haben eine starke Bauernvertretung in der Partei, und die Bauern- sowie Gewerbebewegung ist bei uns regional zum Teil sehr stark. Es ist mehr eine Frage der Planung und der Organisation im Vorfeld.»

Nach Scheuermeyer soll die wilde Plakatiererei auch mit den bestehenden personellen Ressourcen zu lösen sein. «Das wäre eine tolle Aufgabe für Pensionierte oder ehemalige aktive Parteimitglieder, welche kein Amt mehr innehaben», so der Kantonalpräsident.

Und was sagt die Aargauer FDP dazu? Deren Präsidentin, Gabriele Fischer-Taeschler, zeigte sich ob der Solothurnschen Debatte einigermassen erstaunt. «Das ist kein neues Instrument», so Gabriele Fischer-Taeschler auf Anfrage von a-z.ch, «sondern in der FDP Aargau sogar eine übliche und seit Jahrzehnten praktizierte Massnahme.»