Kasachstan-Affäre

FDP-Müller: «Partei hat durch Markwalder klar Schaden genommen»

Für Müller steht fest: Die Partei, die zuletzt im Aufwind war, habe durch die Lobbying-Affäre um Christa Markwalder bereits «klar Schaden genommen».

Für Müller steht fest: Die Partei, die zuletzt im Aufwind war, habe durch die Lobbying-Affäre um Christa Markwalder bereits «klar Schaden genommen».

Ob die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder im Dezember zur höchsten Schweizerin gewählt wird, ist ungewiss. Denn sie verliert in ihrer eigenen Partei an Rückhalt.

FDP-Präsident Philipp Müller sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Mein Job ist es, die Interessen der Partei zu vertreten – und Schaden von ihr abzuwenden. Ich werde, um dieses Ziel zu erreichen, keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten von einzelnen Personen nehmen.» Für Müller steht fest: Die Partei, die zuletzt im Aufwind war, habe durch die Lobbying-Affäre um Christa Markwalder bereits «klar Schaden genommen».

Pikantes Detail: Explizit nimmt Philipp Müller die Medien in Schutz, die über die Affäre kritisch berichten. Während Markwalder von einer «Kampagne» spricht, sagt Müller, es sei die Aufgabe der Medien, solche Vorgänge aufzudecken. Müller rechtfertigt gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ seine kritische Äusserungen gestern im Schweizer Radio SRF. Dort sagte er: «Der Fall ist eigentlich klar. Das Kommissionsgeheimnis wurde verletzt, da gibt es nichts zu beschönigen. Das ist nicht in Ordnung.» Einflussreiche Freisinnige hoffen laut „Schweiz am Sonntag“, dass Markwalder ihre Kandidatur fürs höchste Amt freiwillig zurückzieht.

Gemäss Insidern wird ein «Märtyrerinnen-Effekt» befürchtet, würde die Partei die Politikerin offen zum Verzicht drängen. In der Tat: Claudine Esseiva, Generalsekretärin der FDP-Frauen und Ständeratskandidatin im Kanton Bern, sagt zur „Schweiz am Sonntag“: «Wir FDP-Frauen stehen zu 100 Prozent hinter Christa.» Offene Angriffe gegen Markwalder aus der Partei haben das Potenzial, den Krach zwischen den FDP-Frauen und Parteipräsident Müller wieder aufbrechen zu lassen – was im Wahljahr niemand will. Allerdings gibt es auch unter Politikerinnen Kritik: Die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi, Nationalratspräsidentin 2007, sagt in der „Schweiz am Sonntag“, die Kandidatur für das Nationalratspräsidium sei problematisch, wenn Markwalder das Kommissionsgeheimnis wirklich verletzt habe.

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