Schulterschluss

FDP-Müller kontert SVP-Brunner: «Die SVP schadet dem Standort Schweiz»

SVP-Präsident Toni Brunner (links) mit seinem FDP-Amtskollegen Philipp Müller. (Archiv)

SVP-Präsident Toni Brunner (links) mit seinem FDP-Amtskollegen Philipp Müller. (Archiv)

Der bürgerliche Schulterschluss sei «Makulatur», sagte SVP-Präsident Toni Brunner in der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Die FDP denke nur an sich, die CVP sei zu links. Nun kontert FDP-Präsident Philipp Müller diese Vorwürfe Brunners.

«Wer fahrlässig verkündet, die Übereinkunft sei beendet, schadet dem Standort Schweiz und gefährdet schlussendlich Arbeitsplätze», sagt Müller in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

«Der bürgerliche Schulterschluss, den die SVP immer wieder beschwört, wird damit erst recht unterlaufen.» Der FDP-Präsident taxiert das Interview Brunners als «etwas misslungen», wie er sagt.

Das Problem sei, dass Brunner glaube, er alleine definiere den Pfad der Tugend. «Und er glaubt, dass alles, was neben diesem SVP-Pfad liegt, tugendfrei ist.»

Müller hält aber auch fest: «Eine Partei, die das Kriegsbeil ausgraben will, kann uns nicht erschüttern.»

Er wirft Fragen auf zum Demokratie-Verständnis der SVP. «Hat eine Partei nicht die Mehrheit im Parlament und trägt eine tiefe Verletzung zur Schau, wie ich es der ‹Schweiz am Sonntag› entnommen habe, akzeptiert sie die Grundsätze der Demokratie nicht.»

Das Parlament funktioniere mit wechselnden Mehrheiten. «Die Parteienvielfalt ist ein wichtiges Element der Demokratie. Die FDP selbst halte am Schulterschluss fest, betont Müller.

«Wir kämpfen um den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Schweiz.» Er erachtet als «wichtigste Herausforderung» der nächsten Legislatur, «wie wir unser Verhältnis zur EU gestalten. Dass sich SVP-Doyen Christoph Blocher zur grossen EU-Schlacht rüstet, weiss Müller. «Wir werden uns dieser Schlacht um die Bilateralen lustvoll stellen», sagt er. «Davon kann Herr Blocher ausgehen.» (sha)

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