FDP gegen Heilpädagogik

Den Kindergarten besucht ein Kind mit Downsyndrom (Trisomie 21).

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Den Kindergarten besucht ein Kind mit Downsyndrom (Trisomie 21).

Eine zeitgemässe Schule ist das Ziel der Schulpflege Untersiggenthal. Sie hat darum beschlossen per 2010 die integrierte Schule einzuführen. Auch am Kindergarten soll ab dann Heilpädagogik stattfinden.

Fällt heilpädagogische Unterstützung an der Volksschule an, wird sie vom Kanton bezahlt. Nicht so bei den Kindergärten. Im Hinblick auf die Einführung der integrierten Schule (nur noch Regelklassen) per 2010 will nun die Schulpflege Untersiggenthal erreichen, dass die Kindergärtler in den Genuss von Heilpädagogik kommen können. «Damit werden die Kinder bereits im Kindergarten auf die integrierte Schule hingeführt,» erklärt Schulleiterin Silvia Mallien. Bezahlen muss jedoch die Gemeinde. Weil es sich um wiederkehrende Kosten handelt, braucht es den Beschluss der Gemeindeversammlung.

Der Gemeinderat hat auf eine Informationsveranstaltung verzichtet. Man ging davon aus, dass das Traktandum reibungslos über die Bühne gehen würde. Dem ist nun nicht so: Die freisinnige Ortspartei hält Heilpädagogik an Kindergärten nicht für notwendig und will sie darum ablehnen; zu dieser Haltung ist die Ortspartei allerdings in Abwesenheit ihres Schulpflegers gekommen. Die FDP stösst sich auch an der geplanten Einführung der integrierten Schule und meint, dass damit das Bildungskleeblatt durch die Hintertüre eingeführt würde.

Bei der Schulbehörde hat man wenig Verständnis für diese Argumentation. Falsch ist ohnehin, dass die integrierte Schule Bestandteil des Bildungskleeblatts sei, denn sie wäre noch vor dem Bildungskleeblatt noch gekommen. Ihre Einführung liegt in der Kompetenz der Schulpflege, einen Gmeindsbeschluss oder gar eine Volksabstimmung braucht es dazu nicht.

Schule will Integration

Richtig ist, dass der Regierungsrat die integrative Schulung nicht mehr zur Pflicht erklärt hat. Das ändert jedoch nichts an der Empfehlung durch den Kanton. Das Departement wird Schulen, die den integrativen Weg gehen wollen, weiterhin unterstützen.

Zudem: Die Gemeinde Untersiggenthal hat die Bildungskleeblätter Betreungsstrukturen und Sozialindex angenommen. Die Lehrerschaft erachtet die Einführung der integrativen Schulung als notwendigen Schritt. Die Schulpflege hat den Entscheid zur Einführung im Mai 2008 getroffen und im Schulblatt im September 2008 eingehend kommentiert. Seither hat die Schule gezielt auf die integrierte Schule hingearbeitet.

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