Basel
Fasnachts-Knigge für Nicht-Bebbi: Schunkeln, Schminke und Besaufen geht gar nicht

Am Montag beginnen für die Basler die „drey scheenschte Dääg“. Weil die Fasnacht auch viele Auswärtige anzieht, hat das Basler Fasnachts Comité eine Art Knigge für Nicht-Aktive herausgegeben.

Janine Müller
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Mit dem «Morgestraich» beginnt am kommenden Montag in Basel die Fasnacht. (Archiv)

Mit dem «Morgestraich» beginnt am kommenden Montag in Basel die Fasnacht. (Archiv)

Das Vocabular der Basler Fasnacht

Blaggedde = Plakette
Charivari = Teilnehmer wählen ihr Kostüm selbst und eine Gruppierung ist somit nicht einheitlich kostümiert
Cortège = Umzug
Dr Bangg = Schnitzelbank
Larve = Maske
Räppli = Konfetti
Schyssdräggziigli = Kleines, spontan („wild") zusammengewürfeltes Grüppchen das trommelt und/oder pfeift und nicht am Cortège mitmacht.
Zeedel = ein längliches Stück Papier, auf dem das Sujet, das die Cliquen jedes Jahr an der Fasnacht behandeln, in Versform veranschaulicht wird.

Tausende befinden sich zu dieser Zeit in der Stadt, darunter auch viele Auswärtige. 20000 Aktive stehen geschätzten 200000 Besuchern während der drei Fasnachtstagen gegenüber.

Ein gut gemeinter Rat

Und für diese hat das Basler Fasnachts Comité eine Art Knigge herausgegeben.

Darin steht zum Beispiel: «Halten Sie sich an die ungeschriebenen Gesetze: geschminkte Gesichter, Pappnasen, Narrenkappen, Schunkeln, Grölen, aber auch Betrunkenheit an der Basler Fasnacht sind verpönt.»

Das sei ein gut gemeinter Rat für alle Nicht-Aktiven, sagt Annicken Gravino, Medienverantwortliche des Basler Fasnacht Comités auf Anfrage. «Wenn jemand verkleidet oder geschminkt kommt, dann wird er in Basel komisch angeschaut. Mit den Tipps wollen wir die Leute mit unseren Traditionen bekannt machen und ihnen zeigen, dass bei uns die Fasnacht anders ist als vielleicht bei ihnen zu Hause.»

Doch woher kommt diese Tradition in Basel, nicht geschminkt zu sein? «Die Basler Fasnacht lebt von den Kostümen und Larven. Und von den Laternen und Blaggedden», sagt Gravino. Trotz den Tipps: Es kommt hin und wieder vor, dass Auswärtige verkleidet und geschminkt an die Basler Fasnacht kommen. Ein grundsätzliches Problem sei dies aber nicht, sagt Gravino.

Trommeln und Larven als «Souvenirs»

Ein grösseres Problem hingegen sind die Diebstähle. Oft kommen Trommeln und Larven weg. Dann nämlich, wenn die Cliquenmitglieder ins Restaurant gehen und ihre Trommel mit der Larve draussen stehen lassen. Darum schreibt das Basler Fasnachts Comité im Knigge: «Trommeln und Requisiten der Aktiven sind wertvolles Eigentum und keine Souvenirs.»

Die Basler Fasnacht beginnt am Montag, 10. März um 04.00 Uhr mit dem Morgestraich und endet am Donnerstagmorgen, 13. März um 04.00 Uhr mit dem Ändstraich.

Larve und Trommel sind bereit und warten auf den Morgestraich
18 Bilder
Wenige Minuten vor Beginn des Morgestraichs eilen noch die letzten Zuschauer die Gassen hinunter
Die Clique onYva
Die Clique onYva
Die Zuschauer drängten sich entlang der Route bei Marktplatz, Schifflände und Hotel Trois Rois
und bestaunen die vielseitigen Laternen
Stimmungsbilder vom Morgestraich
Stimmungsbilder vom Morgestraich 2013

Larve und Trommel sind bereit und warten auf den Morgestraich

Kenneth Nars