Abstimmung
Familienabzüge für alle: Das müssen Sie über die Familieninitiative wissen

Die Familieninitiative der SVP findet auch bei der CVP mehrheitlich Rückhalt, mit einigen gewichtigen Ausnahmen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Familieninitiative.

Dennis Bühler
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Ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gut, seien weniger Erziehungsmassnahmen notwendig, sagt die Eltern- und Erwachsenenbildnerin Caroline Märki (kleines Bild). KEYSTONE/Gaetan Bally

Ist die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gut, seien weniger Erziehungsmassnahmen notwendig, sagt die Eltern- und Erwachsenenbildnerin Caroline Märki (kleines Bild). KEYSTONE/Gaetan Bally

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Seit Anfang 2011 können berufstätige Eltern, die ihren Nachwuchs in den Kinderhort geben, bei der direkten Bundessteuer maximal 10 100 Franken pro Kind vom steuerbaren Einkommen abziehen lassen, bis dieses 14-jährig wird. Wird die Familieninitiative angenommen, kommen Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, in den Genuss gleich hoher Steuerabzüge.

Bis anhin werden diese Eltern in den Augen der Initiativbefürworter nämlich gleich dreifach benachteiligt: Sie subventionieren Krippen über die Steuern mit, können keinen Abzug geltend machen und verzichten auf Einkommen, das sie generieren könnten, wenn sie einer Arbeit nachgingen.

Wer macht sich aus welchen Gründen für die Familieninitiative stark?

An vorderster Front kämpft die SVP. Ihr geht es mit dem Begehren um die Stärkung des von ihr als ideal angesehenen Familienbilds. Nationalrat Christoph Blocher meinte in der Debatte, die Individualisierung der Gesellschaft dürfe nicht dazu führen, dass die Verantwortung für Erziehung und Kinderbetreuung dem Staat zugewiesen werde. Seine Partei beruft sich auf Jeremias Gotthelf: «Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.» Die CVP befürwortet die Initiative mehrheitlich, hat aber prominente Abweichler in ihren Reihen.

Wer ist gegen die Initiative?

Die gegnerische Kampagne wird angeführt von der FDP. Auch die SP, die Grünen, die GLP und die BDP sind gegen die Initiative. Ebenso der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

Welche Gründe werden gegen die Familieninitiative vorgebracht?

Die Gegner kritisieren, im Falle einer Annahme der Initiative werde das traditionelle Familienmodell mit einem Hauptverdiener bevorzugt. Die Rede ist von einer «Mutter-an-den-Herd-Initiative». Es mache volkswirtschaftlich keinen Sinn, Frauen und Männer gut auszubilden, ihnen dann aber eine Prämie zu bezahlen, damit sie zu Hause blieben. Gewarnt wird zudem vor hohen Steuerausfällen.

Gibt es Kantone, in denen Eltern für die Eigenbetreuung ihrer Kinder bereits einen Abzug geltend machen können?

Ja. In den drei «katholischen» Kantonen Zug (6000 Fr.), Luzern (2000 Fr.) und Wallis (3000 Fr.) kann für jedes selbst betreute Kind ein Abzug gemacht werden.

Welche Rolle spielt die CVP?

Zwei Drittel der CVP-Parlamentsfraktion unterstützten das Begehren der SVP, im Präsidium fiel der Entscheid sogar 10:1 aus. Die Partei ist sich aber nicht einig: So sind die CVP-Frauen Teil des gegnerischen Komitees. Eine offizielle Parole für die Abstimmung wird am 26. Oktober am Parteitag im Tessin gefasst. Für die CVP ist das Thema Familie traditionell wichtig.