Gotthard
Familie starb zwischen Lastwagen eingeklemmt: Darum kam es zum Unfall

Bei einem Unfall am Gotthard ist im Sommer eine vierköpfige Familie ums Leben gekommen. Ein Gutachten zeigt nun, wie es zur folgenschweren Kollision kam.

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Schwerer Unfall am Gotthard am 26. Juli 2016 Ein Personenwagen wird vor dem Südportal zwischen zwei Lastwagen zu Tode gedrückt.
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Beim Unfall kommt eine vierköpfige Familie aus Deutschland ums Leben.
Schwerer Unfall am Gotthard
Das Auto der Familie hielt wegen des Staus vor dem Südportal an. Von hinten kam ein Lastwagen, dessen Chauffeur zu spät bremste, so dass das Auto zwischen zwei Lastwagen zusammengedrückt wurde.
Der Lastwagen-Chauffeur, ein Rumäne, verletzt sich selbst schwer beim Unfall.

Schwerer Unfall am Gotthard am 26. Juli 2016 Ein Personenwagen wird vor dem Südportal zwischen zwei Lastwagen zu Tode gedrückt.

Keystone

Gut fünf Monate liegt der verheerende Unfall am Südportal des Gotthards zurück. Hier wurde eine deutsche Familie mit zwei Mädchen im Alter von acht und zwölf Jahren am Dienstag, 26. Juli 2016, zwischen zwei Lastwagen regelrecht zu Tode gedrückt.

Die Familie stand mit ihrem Wagen am Ende eines Staus, als ein 50-jähriger Lenker mit seinem Lastwagen auf das Auto auffuhr und es in einen weiteren Lastwagen vorne in der Schlange schob. Wie «RSI» berichtet, liegt nun ein Gutachten der Staatsanwaltschaft vor, welches die Frage klärt, wie es zur tödlichen Kollision kommen konnte.

So soll der LKW-Fahrer mit einer Geschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde in das Fahrzeug der deutschen Familie geprallt sein. Obwohl sich das Stauende auf einem geraden Autobahnabschnitt befand und der 50-Jährige das letzte Auto der Kolonne bereits aus 400 Metern Entfernung hätte bemerken müssen, trat er nicht auf die Bremse. Der Unfall – so das Gutachten – hätte selbst verhindert werden können, wenn er 70 Meter zuvor gebremst hätte.

Der Rumäne, welcher sich beim Unfall selbst schwer verletzte und anfänglich in Lebensgefahr schwebte, kann sich nicht erinnern, wie es zum Unfallhergang kam. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, war er weder von seinem Handy abgelenkt, noch stand er unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Betäubungsmitteln.