Erasmus

Falsche «Blocher-Helpline» kommt bei Erasmus-Studenten gut an

Will Stundenten helfen: Christoph Blocher

Will Stundenten helfen: Christoph Blocher

Wie es mit dem Studentenaustauschprogramm Erasmus weitergehen soll, ist unklar. Christoph Blocher hat betroffenen Studenten deshalb spontan seine Hilfe angeboten. Diese deponierten ihre Anliegen prompt auf einer fiktiven Blocher-Helpline im Internet.

Blocher selbst kenne keine Studenten, die in den nächsten zwei Jahren nach der Abstimmung vom 9. Februar nicht wie geplant im Ausland werden studieren können. Dies sagte der Vater der SVP-Einbürgerungsinitiative am Dienstag dem Westschweizer Radio RTS.

Studierende, die wegen dem Ausschluss der Schweiz aus den europäischen Austausch- und Forschungsprogrammen Probleme hätten, sollten ihm schreiben, schlug Blocher vor: "Ich werde mir anschauen, aus welchem Grund ihr nicht im Ausland studieren könnt, und euch helfen."

Juso erstellt Helpline

Die Waadtländer Juso reagierte umgehend und setzte eine Internet-Helpline für betroffene Studenten und Studentinnen auf. "Nehmen wir ihn beim Wort! Schreiben wir ihm und fordern wir seine Unterstützung bei Erasmus", steht auf helpline-blocher.org zu lesen.

Bis zum Mittwochnachmittag waren bereits rund 120 Kommentare aufgeschaltet. Zahlreiche weitere warten noch auf ihre Freischaltung. Viele der mehrheitlich auf Französisch verfassten Kommentare waren sehr höflich geschrieben - und nicht ganz frei von Ironie.

Vielen herzlichen Dank

"Bonjour M. Blocher", schreibt etwa jemand unter dem Namen Chantal aus Lausanne. Sie sei Medizinstudentin im dritten Jahr und habe für das Studienjahr 2014/15 ein Austauschjahr in Deutschland geplant. Ohne Erasmus-Stipendium wäre dieses Projekt ins Wasser gefallen. Dank Blochers grosszügigem Hilfeangebot scheine der Austausch nun aber trotzdem möglich. "Danke im Voraus!", schliesst sie ihren Brief.

"Vielen herzlichen Dank für ihre Unterstützung", schreibt auch Jason. "Endlich ein konkreter Vorschlag." Er werde Blocher die Rechnung für seinen UK-Aufenthalt direkt zukommen lassen. "Sie sind ein grosszügiger und guter Mensch", findet er.

Auch Etienne nahm den Volkstribun beim Wort. Er habe vorgehabt, seine Doktorarbeit in Medizin in einem Labor zu machen, das durch europäische Forschungsgelder finanziert werde. "Könnten sie die Doktorarbeit finanzieren, falls dem Labor plötzlich die Mittel abgehen?", fragt er.

Dass Blocher über die für die Einlösung seiner Versprechen nötigen finanziellen Mittel auch verfügt - daran zumindest scheint niemand zu zweifeln.

Mit Studenten in Kontakt

Mittlerweile steht Blocher mit zwei betroffenen Studenten direkt in Kontakt, wie «20 Minuten» schreibt. Es gehe nun darum, dass diese ihm ihre Situation genau darlegen. Blocher denkt aber nicht daran, den bisher 120 anfragenden Studenten finanziell unter die Arme zu greifen und erinnert daran, dass es noch andere Möglichkeiten für ein Austauschstudium gibt. (sda/cze)

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