Zuwanderungsstruktur
Fälle von zwangsverheirateten Kindern in der Schweiz nehmen zu

Seit Jahresbeginn sind in der Schweiz 26 Zwangsehen mit Kindern bekanntgeworden. Das entspricht einer markanten Steigerung gegenüber der letzten Jahre.

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Dass Zwangsehen in der Schweiz zunehmen, hat mit der Zuwanderungs-Struktur zu tun. (Symbolbild)

Dass Zwangsehen in der Schweiz zunehmen, hat mit der Zuwanderungs-Struktur zu tun. (Symbolbild)

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Beim jüngsten Opfer handelt es sich um ein 10-jähriges Mädchen. Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, ersuchten Personen im Umfeld der Minderjährigen die Fachstelle Zwangsheirat um Hilfe und meldeten die Fälle.

Die Zahl von Vermählten, die weniger als 16 Jahre alt sind, ist gegenüber früheren Jahren enorm gestiegen: Zwischen 2005 und 2015 war die Beratungsstelle mit nur fünf Fällen konfrontiert, in denen die Opfer sich noch im Schutzalter befanden.

Die zwangsverheirateten Kinder sind meist in ein Asylverfahren eingebunden und stammen aus Eritrea, Somalia, Irak, Afghanistan und Syrien.

Neben den 26 Fällen von unter 16-Jährigen betrafen 93 weitere Meldungen bei der Beratungsstelle Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Die Zahl von betroffenen Minderjährigen ist gegenüber 2015 und früheren Jahren enorm gestiegen.

Anu Sivaganesan, der Präsidentin der Beratungsstelle Zwangsheirat, macht vor allem die Entwicklung bei den Kindern Sorgen.

Sie führt das Problem vor allem auf die Zuwanderungs-Struktur zurück.