Steuerhinterziehung

Fall Hoeness treibt Schweizer Steuersünder dazu, sich selbst anzuzeigen

Fall Hoeness treibt Schweizer Steuersünder dazu, sich selbst anzuzeigen (Archivbild).

Fall Hoeness treibt Schweizer Steuersünder dazu, sich selbst anzuzeigen (Archivbild).

Der Fall Hoeness treibt auch Schweizer Steuerhinterzieher dazu, bei den Steuerbehörden reinen Tisch zu machen. Nachdem die Anzahl Selbstanzeigen bereits 2013 auf Rekordstände kletterte, geht dieser Trend im neuen Jahr unvermindert weiter.

Dies zeigen Recherchen der «Schweiz am Sonntag». Der Kanton Schwyz verzeichnet in den ersten beiden Monaten 2014 insgesamt 42 Selbstanzeigen. «Hochgerechnet aufs ganze Jahr ergibt das einen neuen Rekord von 252 Selbstanzeigen», bestätigt Meinrad Betschart, Leiter der Abteilung «Nachsteuern und Steuerstrafen» bei der Schwyzer Steuerverwaltung. Vergangenes Jahr waren es 166, 2012 erst 106 Selbstanzeigen.

Das gleiche Bild im Kanton Aargau. Nach dem Rekordjahr 2012 mit insgesamt 319 Selbstanzeigen liegt 2014 «die Anzahl der eingegangenen Selbstanzeigen deutlich höher als in der Vergleichsperiode im vergangenen Jahr», wie David Schenker, Leiter Nachsteuern und Bussen bei der Aargauer Steuerverwaltung bestätigt. «Steigende Tendenz» verzeichnet auch Beda Albrecht, der Chef der Walliser Steuerverwaltung.

Im Jahr 2010 wurde in der Schweiz die Möglichkeit eingeführt, den Behörden unversteuerte Vermögen straflos anzuzeigen. Seither hat die Zahl der Selbstanzeigen jedes Jahr zugenommen. Allein zwischen 2012 zu 2013 stieg die Anzahl Selbstanzeigen von 3130 auf über 5300, wie eine «Schweiz am Sonntag»-Umfrage in den Kantonen ergeben hat.

«Der Fall Hoeness hat der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen, dass es offenbar möglich ist, Steuern in unvorstellbarem Ausmass zu hinterziehen. Das ist auch der Grund, weshalb wir jeweils bei der Veröffentlichung der Selbstanzeige-Statistik auch das im abgelaufenen Jahr höchste angezeigte Schwarzgeldvermögen publizieren», sagt Meinrad Betschart von den Schwyzer Steuerbehörden. «Damit wollen wir aufzeigen, dass es auch in der Schweiz Steuerhinterziehung gibt, und dies nicht nur im Bagatellbereich.»

Neben dem Fall Hoeness trägt nach Ansicht von Betschart vor allem «die Diskussion um den automatischen Informationsaustausch» und die Frage, «ob in der Schweiz das Steuerstrafrecht verschärft werden soll», zur weiterhin ansteigenden Zahl der Selbstanzeigen bei.

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