Luxus-Betreuung
Fall Carlos: Jetzt spricht das erste Opfer

Ein Opfer des Jugendstraftäters Carlos (17) meldet sich zu Wort: Der 20-Jährige klagt, er habe bis heute keinen Rappen Schmerzensgeld erhalten. Die Betreuung des Täters verursacht derweil Kosten von mehr als 20000 Franken monatlich.

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Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten.

Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten.

screenshot srf

Der Fall liegt zwei Jahre zurück: Am 14. Juni 2011 stach Carlos (heute 17) dem Türken A. Y. (heute 20) am Schwamedingerplatz in Zürich mit einem Klappmesser mehrmals in den Rücken. Die Messerklinge traf die Lunge des Opfers und verpasste dessen Wirbelsäule nur knapp. «Ich spürte, wie das Blut meinen Rücken hinunterfloss», sagt Y. gegenüber dem Gratisblatt «20 Minuten». Seit der Attacke leide er schon am Morgen früh unter starken Schmerzen.

Das Opfer hat bis heute keinen Rappen von der finanziellen Entschädigung gesehen, die ihm laut «20 Minuten» zugesprochen wurde.

Gleichzeitig wendet die Jugendstaatsanwaltschaft mehr als 20000 Franken monatlich auf, um den immer wieder rückfällig gewordenen Carlos von neuen Straftaten abzuhalten. Der aussergewöhnliche Fall sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Unter anderem kommt der Teenager in den Genuss einer Viereinhalbzimmer-Wohnung, eines Privatlehrers und Thaibox-Unterricht.

Für Y. ist das «ein Schlag ins Gesicht». «Er wird verwöhnt, und ich werde mein Leben lang unter den Folgen seiner Tat leiden.» Er verstehe nicht, weshalb die Behörden mehr für den Täter als für das Opfer täten. (LHN)

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