Verkehr
Fahrgemeinschaften in Privatautos boomen

Wegen steigenden Benzinpreisen und teuren ÖV-Billetten sind Fahrgemeinschaften immer beliebter. Die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni fordert deshalb mehr Parkplätze auf Raststätten.

Sarah Weber
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In den meisten Autos sitzt nur eine Person. Viel Verkehr und Umweltbelastung sind Folgen davon. Das soll sich jetzt ändern. Denn: Wer gemeinsam ein Ziel hat, soll doch auch gemeinsam fahren, findet die Aargauer SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger-Bäni. Und um es den Fahrgemeinschaften möglichst einfach zu machen, fordert sie den Bundesrat in einer Motion auf, dafür zu sorgen, dass es auf den Autobahnraststätten genügend Langzeitparkplätze hat. «Das ist die Grundlage für Fahrgemeinschaften», begründet Flückiger-Bäni ihr Anliegen.

Weil: Sie selber wollte schon oft mit Bekannten eine Fahrgemeinschaft bilden, dafür habe sie sich auf der Autobahnraststätte verabredet. Dort, weil es Zeit spare und ein zentraler Treffpunkt unterwegs sei. Auf den Parkplätzen könne man ein Fahrzeug stehen lassen und gemeinsam mit einem Auto weiterfahren. «Das ist kostengünstiger und schont erst noch die Umwelt», ist Flücker-Bäni überzeugt. Doch oft fände man keinen Parkplatz, wo man den eigenen Wagen stehen lassen könne, beklagt Flückiger-Bäni.

Boom auf Mitfahrgelegenheiten

Fahrgemeinschaften zu bilden, ist ein Phänomen, das wieder zunimmt. Grund dafür sind die steigenden Benzinpreise und die hohen Billettkosten für die öffentlichen Verkehrsmittel. Tobias Helbing, Betreiber der Internetseite mitfahrgelegenheit.ch bestätigt: «In der Schweiz erleben wir zurzeit einen regelrechten Boom auf Fahrten». Auf dieser Webseite können Autofahrer gratis ausschreiben, wann sie wohin fahren und was eine Mitfahrt in ihrem privaten Wagen kostet. So können sich Leute, die eine Mitfahrgelegenheit suchen, direkt bei den Fahrern melden und einen Treffpunkt und Preis vereinbaren. Umgekehrt können auch Mitfahrer gratis ein Gesuch schreiben, worauf sich dann Fahrer melden können.

Verdoppelung der Zahlen

Im Monat Oktober wurden insgesamt 3000 Fahrten mit Ziel- oder Abfahrtsort der Schweiz auf der Website mitfahrgelegenheit.ch eingetragen. Zum Vergleich: Im März waren es erst 1500 eingetragene Fahrten. Und die Zahlen steigen weiter. Tobias Helbing: «Auch die registrierten Zugriffe auf die Website nehmen ständig zu.» Dem Anliegen von Nationalrätin Flückiger-Bäni steht er daher sehr positiv gegenüber. «Leute, die Mitfahrgelegenheiten für lange Strecken suchen, vereinbaren als Treffpunkt oft Autobahnraststätten», so Helbing. Daher seien zusätzlich Parkplätze sicher ein Beitrag zur Förderung von Fahrgemeinschaften.

Günstige Lösung für Junge

Fahrgemeinschaften zu bilden, ist vor allem für jüngere Leute eine attraktive Lösung, um kurzfristig und günstig mobil zu sein. Zum Beispiel: Aktuell kostet eine Fahrt mit einer Mitfahrgelegenheit von Zürich nach Berlin, Abfahrt noch am selben Abend umgerechnet knapp 80 Franken. 10 Tage später kostet dieselbe Strecke noch 50 Franken. Viele Studenten nutzen diese Möglichkeit, um günstig zu reisen oder auch Sachen zu transportieren. Wem es zu unsicher ist, seinen Fahrer oder Mitfahrer nicht zu kennen, der kann sich auch über eine Premium-Möglichkeit eintragen. Dann überprüfen die Websitebetreiber über die Kontrolle der Personalausweise die Identität der Personen.

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