Bildung
Fahrendes Klassenzimmer: Lehrer sollen jenische Kinder unterwegs unterrichten

Damit sie in der Schule nicht den Anschluss verlieren, sollen ab 2015 rund 500 jenische Kinder auf den Stellplätzen unterrichtet werden. Doch dazu braucht es zusätzliche Lehrer. Die kantonalen Erziehungsdirektoren haben Unterstützung signalisiert.

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Etwa 500 jenische Kinder in der Schweiz besuchen die Schule trotz neunjähriger Schulpflicht nur halbjährlich. Damit sind Probleme verbunden: Manche dieser Kinder verlieren etwa den Anschluss an die Klasse.

Ab August 2015 sollen laut der Zeitung „Schweiz am Sonntag" deshalb zusätzliche Lehrer eingestellt werden, welche die Jenischen direkt auf den Stellplätzen besuchen und vor Ort unterrichten. Das will das schweizweite Projekt «Lernen auf Reisen».

«Die Kinder sollen dadurch eine so gute Grundbildung erhalten, dass ihnen nach der obligatorischen Schulzeit die Wahlmöglichkeit einer Lehre freisteht», sagt Ursula Spillmann. Die Jenische ist Initiantin des Projekts, das sie mit der Cooperation Jenische Kultur ausgearbeitet hat.

Persönliche Betreuung wichtig

«Mit den modernen, ortsunabhängigen Medien und via E-Learning kann viel verbessert werden.» Wichtig sei aber auch eine persönliche Betreuung direkt auf den Plätzen. «Die Lehrer werden direkt auf den Stellplätzen mehrere Kinder unterschiedlichen Alters unterrichten. Sie müssen dabei das Wissen vom Kindergarten bis zum 9. Schuljahr abdecken können«, sagt Spillmann.

Damit das reibungslos funktioniert, werden Vereinbarungen zwischen den einzelnen Familien und den zuständigen Schulbehörden getroffen.

EDK ist offen

Mit an Bord ist auch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). «Am vergangenen Dienstag habe ich mich mit Vertretern des Generalsekretariats der EDK getroffen und ihnen mein Projekt präsentiert. Die EDK hat sich dem Projekt gegenüber sehr offen geäussert», sagt Spillmann.

EDK-Sprecherin Gabriela Fuchs bestätigt: «Das Generalsekretariat der EDK hat grundsätzlich seine Unterstützung für ein solches Vorhaben signalisiert.»