Kampfjet-Debatte
F/A-18-Flotte bis mindestens 2035 im Einsatz

Für Armee-Chef André Blattmann ist der Verzicht auf die Gripen-Kampfjets zugunsten einer späteren, grossen Ausmusterung von Tiger- und F/A-18-Flotte keine Option. Die F/A-18 soll noch bis mindestens 2035 fliegen.

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Eine F/A-18C Hornet der Schweizer Luftwaffe

Eine F/A-18C Hornet der Schweizer Luftwaffe

Keystone

Armee-Chef André Blattmann zeigte am Donnerstag vor dem «Business Club Mittelland» transparent auf, wozu die Armee die 22 Gripen-Jets braucht. Am Rande des Vortrags ging er im kleinen Kreis auf den verschiedentlich geäusserten Vorschlag ein, die Armee solle jetzt auf den Gripen verzichten, um in etwa zehn Jahren gleich alle Kampfjets aufs Mal durch einen einzigen neuen Typen zu ersetzen - also die Tiger- und die F/A-18-Flotte aus den 1990er-Jahren.

«Das ist keine Option, weil die F/A-18 bis 2035 oder vielleicht sogar 2040 im Einsatz stehen», sagt Blattmann klipp und klar. Der F/A-18 sei auch heute noch eines der besten Kampfflugzeuge, die in Europa im Einsatz stehen - eine frühere Ausmusterung käme deshalb nicht infrage.

Die Armee hätte vor Jahren am liebsten weitere F/A-18 dazugekauft, weil eine einheitliche Flotte punkto Unterhalt und Ausbildung in der Tat günstiger ist. Doch auf dem Markt seien keine Occasions-F/A-18 erhältlich, und in der Ausschreibung hat der Hersteller des Nachfolgemodells nicht teilgenommen. Wodurch eines Tages die F/A-18 ersetzt werden sollen, da wagt Blattmann keine Prognose. Denn: «Die technische Entwicklung macht grosse Fortschritte. Eine Aussage hierzu wäre reine Spekulation.»

Alle unklaren Punkte, die der Bericht der Subkommission erwähnt, müssen jetzt in Ruhe abgearbeitet werden; für die Armee sei eine Ablieferung ab 2018 in Ordnung. Denn für die Luftpolizei-Dienste in Friedenszeiten reichen die F/A-18 aus, auch für Grossanlässe wie das WEF. Nicht jedoch für Krisenzeiten mit erhöhter Luftüberwachung - ohne dass man sich darunter gleich einen Luftkrieg vorstellen müsse.

Allerdings besteht in der Zeit bis zur Ablieferung damit ein erhöhtes Risiko. «Die Geschichte lehrt, dass sich solche Krisen nicht ankünden», so der Armee-Chef. «Wenn eine Krise aber da ist, ist es zu spät, um Flugzeuge zu beschaffen.» (ChD)