Flugzeugunglück
F/A-18-Absturz mutmasslich wegen Fehler von Flugverkehrsleiter

Mutmasslich eine fehlerhafte Höhenangabe des Flugverkehrsleiters hat am 29. August 2016 den Absturz einer F/A-18 in der Region Susten verursacht. Gegen den Flugverkehrsleiter sowie den zweiten Piloten der Patrouille ist nun eine Voruntersuchung eingeleitet worden.

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Die Unfallstelle in felsigem Gebiet der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass.

Die Unfallstelle in felsigem Gebiet der abgestürzten F/A-18 auf dem Sustenpass.

Keystone/ALEXANDRA WEY

Bei der Kollision der F/A-18 der Schweizer Luftwaffe mit der westlichen Bergflanke des Hinter Tierberg in der Region Sustenpass war der Pilot ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde durch den heftigen Aufprall vollständig zerstört.

Die Untersuchungsrichter seien zum Schluss gekommen, dass der Pilot in der Startphase den Radarkontakt zum Leader verloren habe, teilte die Schweizerische Militärjustiz am Dienstag weiter mit. Aufgrund der Anweisungen des Flugverkehrsleiters sei der Pilot bis zu einer Höhe von 10'000 Fuss aufgestiegen und kollidierte in der Folge in einer kontrollierten Fluglage mit der Westflanke des südlich vom Hinter Tierberg gelegenen Grats.

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse bestehe ein Anfangsverdacht gegen den Flugverkehrsleiter von Skyguide auf fahrlässige Tötung sowie der Störung des öffentlichen Verkehrs, schreibt die Militärjustiz.

Kopie von Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre
19 Bilder
17. Februar 2017 Ein Flugzeug der PC-7-Fliegerstaffel der Schweizer Luftwaffe zertrennt an der WM in St. Moritz bei einem Trainingsflug das Zugseil einer SRF-Seilbahnkamera. Die Kamera fällt in den Zielraum und landet im Schnee. Verletzt wird niemand.
28. September 2016 Ein Super Puma der Luftwaffe stürzt auf dem Gotthardpass ab, nachdem er in ein Kabel flog, und gerät in Brand.
28. September 2016 Der Helikopter brennt komplett aus.
28. September 2016 Die beiden Piloten sterben, der Flughelfer wird verletzt.
28. September 2016 In diese Leitung flog der Helikopter, bevor er abstürzte.
29. August 2016 Ein einsitziger F/A-18-Kampfjet der Schweizer Luftwaffe stürzt im Sustengebiet ab. Der Pilot kommt ums Leben.
9. Juni 2016 Ein F5-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse stürzt in der Nähe des Militärflugplatzes Leeuwarden in den Niederlanden ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.
14. Oktober 2015 Eine zweisitzige F/A-18 stürzt im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besançon ab.
14. Oktober 2015 Der Pilot wird verletzt. Im Bild die Trümmer des abgestürzten Kampfjets.
23. Oktober 2013 Im Raum Alpnachstad im Kanton Obwalden zerschellt eine zweisitzige F/A-18 am Lopper. Der Pilot und sein Passagier, ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts, werden getötet.
12. November 2002 Ein PC-7 kollidiert bei Bonaduz GR mit dem Seil der Luftseilbahn Rhäzüns-Feldis. Zwei Milizoffiziere kommen ums Leben.
12. Oktober 2001 Beim Absturz eines Alouette-III-Helikopters oberhalb von Montana VS nach der Kollision mit einem Kabel kommen alle vier Insassen ums Leben.
25. Mai 2001 Bei einem Grenzüberwachungsflug touchiert ein Alouette-III-Helikopter bei Delsberg JU ein Kabel und stürzt ab. Der Pilot und drei Grenzwächter werden tödlich verletzt.
14. Oktober 1998 Zwei Trainingsflugzeuge des Typs PC-9 stossen in der Luft zusammen. Während die eine Maschine landen kann, zerschellt die andere bei Oberuzwil SG. Der Pilot stirbt.
7. April 1998 Beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets bei Crans VS werden beide Insassen getötet. Als Ursache wurde eine räumliche Desorientierung des Piloten angenommen.
12. November 1997 Ein Pilatus-Porter PC6 stürzt bei schlechtem Wetter in der Nähe von Boltigen BE ab. Der Pilot und vier Soldaten sterben.
20. März 1997 Eine Mirage III RS stürzt bei einem Aufklärungsflug im Raum Ste-Croix VD ab. Der Pilot kommt ums Leben.
4. Juli 1996 Ein Kampfjet Tiger F-5E bohrt sich in Schänis SG nach einem unbeabsichtigten Schleudersitzabschuss in den Boden. Der Pilot überlebt.

Kopie von Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre

Keystone

Nicht von vornherein ausgeschlossen werden könne, dass das Verhalten des Leaders im Steiglug mitursächlich für den Flugunfall sei, in dem er die Standardvorgaben für den Steigflug nicht vollständig einhielt.

Die konkrete Prüfung, ob die genannten Tatbestände erfüllt seien, habe im Rahmen der Voruntersuchungen zu erfolgen. Für die Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.