Eine Umfrage der «Schweiz am Sonntag» bei den Kantonen zeigt erstmals, wie die Kantonsregierungen konfessionell zusammengesetzt sind. 19 der befragten 26 Kantone haben Angaben gemacht. Demnach sind 63 Regierungsvertreter katholisch, 38 reformiert und nur 8 konfessionslos.

Auffällig ist die Dominanz der Katholiken, die weit über die Anteile der Katholiken in der Bevölkerung hinausgeht. Selbst wenn man die Zahlen um jene sieben Kantone hochrechnet, die nicht mitmachten, bleibt die deutliche katholische Mehrheit bestehen.

Die Auswertung zeigt, dass katholische Kantone nach wie vor von soliden katholischen Mehrheiten in der Regierung geführt werden.

Überraschungen stellen die Kantone Aargau und St. Gallen dar. Der Aargau ist zwar ein religiös geteilter Kanton, aber in der fünfköpfigen Regierung dominieren die Katholiken mit vier Vertretern. Susanne Hochuli (Grüne) ist konfessionslos.

In der St. Galler Bevölkerung gibt es deutlich mehr Katholiken als Reformierte, doch in der siebenköpfigen Regierung stellen die Reformierten vier Vertreter. Traditionell reformierte Kantone wie Bern und Zürich sind in der Regierung nach wie vor reformiert geprägt.

In Bern sitzen mindestens vier Reformierte im Regierungsrat. Drei Mitglieder wollten nichts sagen. Im Kanton Zürich sind sechs von sieben Regierungsräten reformiert, Regine Aeppli (SP) ist konfessionslos. Damit bestimmt eine klare reformierte Mehrheit über einen Kanton, der nur noch eine knappe Mehrheit an Reformierten hat (31 Prozent Reformierte, 28 Prozent Katholiken).

Dazu äussert sich Michel Müller, Kirchenratspräsident der reformierten Kirche des Kantons Zürich, im Interview mit der „Schweiz am Sonntag“ kritisch.