Schweiz

Ex-Taskforce-Chef fordert Homeoffice-Empfehlung und erweiterte Maskenpflicht

Der Bundesrat und die Kantone müssen jetzt so rasch wie möglich handeln, sagt Matthias Egger.

Der Bundesrat und die Kantone müssen jetzt so rasch wie möglich handeln, sagt Matthias Egger.

Matthias Egger, der ehemalige Leiter der Schweizer Corona-Taskforce, macht sich angesichts der steigenden Fallzahlen grosse Sorgen. Bund und Kantone sollten noch diese Woche handeln.

(agl) Sorgen machen ihm die hohe Reproduktionszahl sowie die Positivitätsrate, die diese Woche deutlich über 10 Prozent lag. «Das deutet darauf hin, dass wie im März sehr viele Infizierte nicht mehr entdeckt werden, die das Virus dann weiterverbreiten», sagte Egger im Interview mit dem «Tagesanzeiger» vom Donnerstag. Bund und Kantone müssten laut dem Epidemiologen noch diese Woche weitere Massnahmen verfügen.

Je länger man zuwarte, desto drastischere Massnahmen seien später nötig, so Egger weiter. Weitere Lockdowns, wie beispielsweise in England, müssten unbedingt verhindert werden. «In England sind die Fallzahlen zurzeit noch deutlich höher als in der Schweiz. Aber bei uns geht es wirklich sehr steil nach oben».

Auf nationaler Ebene wären laut dem Epidemiologen eine Homeoffice-Empfehlung und eine Maskenpflicht in Innenräumen sinnvoll. Die Kantone könnten derweil eine Begrenzung der Teilnehmerzahl bei Anlässen beschliessen, wie dies der Kanton Genf bereits getan hat. Egger zeigt sich zuversichtlich, dass damit verhindert werden kann, dass der Bundesrat erneut die ausserordentliche Lage ausrufen muss. Die sei nur nötig, wenn es nicht gelinge, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

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