Brasilien

Ex-Guerillera soll nächste Präsidentin Brasiliens werden

Dilma Rousseff und Luiz Inacio Lula da Silva an der Delegiertenversammlung

Dilma Rousseff und Luiz Inacio Lula da Silva an der Delegiertenversammlung

In Brasilien schickt die regierende Arbeiterpartei (PT) mit Dilma Rousseff eine enge Vertraute von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva in das Rennen um dessen Nachfolge. Die 1400 Delegierten des PT-Parteitags in Brasilia nominierten die frühere Guerillakämpferin einstimmig.

Die 62-Jährige ist Lulas Wunschkandidatin. Nach zwei Amtszeiten darf der charismatische Staatschef bei den Wahlen vom 3. Oktober nicht mehr antreten.

Am Parteitag ebenfalls anwesend war Rousseffs voraussichtlicher Kandidat für die Vize-Präsidentschaft, der Präsident der Abgeordnetenkammer Michel Temer von der konservativ-populistischen Partei der brasilianischen demokratischen Bewegung (PMDB). Diese gehört zur landesweit regierenden Mitte-links-Koalition.

Laut Umfragen vor ihrer offiziellen Nominierung lag die Wirtschaftswissenschafterin Rousseff in der Wählergunst zwischen 20 und 28 Prozent.

Ihr Hauptkonkurrent ist José Serra, der Gouverneur des Bundesstaats São Paulo von der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei (PSDB). Serra hat seine Kandidatur bisher noch nicht offiziell erklärt.

Rousseff kämpfte in ihrer Jugend in linken Guerillagruppen gegen die Militärdiktatur (1964 bis 1985). Der 2002 zum Staatschef gewählte frühere Gewerkschafter Lula holte sie 2003 als Energieministerin in sein Kabinett, 2005 wechselte sie ins Präsidialamt.

Nach ihrer Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin muss Rousseff gemäss dem Wahlgesetz bis Anfang April von ihrem jetzigen Posten zurücktreten.

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