Peter Regli

Ex-Geheimdienstchef: «Belgien hat die Aufgaben nicht gemacht» – auch die Schweiz könnte mehr tun

Terrorwelle überrollt Brüssel - und das sagt Ex-Geheimdienstchef Peter Regli dazu.

Terrorwelle überrollt Brüssel - und das sagt Ex-Geheimdienstchef Peter Regli dazu.

Die belgische Hauptstadt Brüssel ist am Morgen von einer Serie von Explosionen erschüttert worden. Mehrere Menschen sind getötet worden.

Der ehemalige Chef des Schweizer Nachrichtendienstes, Peter Regli, kritisiert die belgischen Behörden scharf: Sie hätten ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Aber auch die Schweiz könnte mehr tun.

Alle News zu den Anschlägen von Brüssel finden Sie hier in unserem Live-Blog.

Peter Regli, von 1991 bis 1999 Chef des Schweizer Nachrichtendienstes, wählt deutliche Worte. Die Schweiz könne mehr tun für ihre Sicherheit. Das sagte Regli im TalkTäglich auf Tele Züri aus Anlass der Anschläge in der belgischen Hauptstadt Brüssel vom Dienstag. Für ihn ist klar. Es gilt:

  • die Kameraüberwachung zu steiern
  • das Grenzwachkorps aufzustocken
  • das neue Nachrichtendienstgesetz anzunehmen
  • die Polizeikorps personell aufzustocken

Das alles koste Geld, doch der Bürger fühle sich sicherer. Wer Sicherheit wolle, der müsse ein bisschen Freiheit aufgeben.

Pure Angst vermittelt dieses Video kurz nach der Explosion am Brüsseler Flughafen.

Pure Angst vermittelt dieses Video kurz nach der Explosion am Brüsseler Flughafen.

Den Belgiern wirf Regli Versagen vor. «Sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht», sagt er. Anders als die Franzosen und andere Länder, hätten sie die Sicherheit nicht erhöht. Das hätten Sie spätestens nach dem Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo tun müssen, so Regli. Den Attentätern der Terrormiliz Islamischer Staat sei es gelungen Angst und Verunsicherung zuverbreiten und ein das System lahmzulegen.

Ob der Anschlag als Vergeltung zu sehen ist für die Ergreifung und Inhaftierung des Paris-Attentäters Salah Abdeslam, will Regli nicht abschliessend beantworten. Es sei die Ermittlungen abzuwarten. 

Ganz anders der Strategie- und Sicherheitsexperte Albert A. Stahel. Er sagte am Dienstagmittag in der Livesendung von Tele M1 und Tele Züri, dass die Anschläge als Vergeltung und Machtdemonstration zu sehen seien. (jk)

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