Üble Nachrede

Ex-Chefredaktor vor Gericht - Freysinger neben Hitler gezeigt

Diese Bildmontage veröffentlichte Adolphe Ribordy (links): «Österreicher: Wir haben schon genug gelitten!»

Das Plakat des Anstosses

Diese Bildmontage veröffentlichte Adolphe Ribordy (links): «Österreicher: Wir haben schon genug gelitten!»

Der Ex-Chefredaktor der Wochenzeitung «Confédéré» hat sich vor dem Walliser Kantonsgericht verantworten müssen.

Er war bereits in erster Instanz wegen übler Nachrede verurteilt worden. 2007 hatte er eine Fotomontage publiziert, die den SVP-Nationalrat Oskar Freysinger neben Adolf Hitler zeigte.

Laut Jean-Luc Addor, Anwalt von Freysinger, sei sein Klient nicht als Politiker sondern als Mann, Ehemann, Vater und Deutschlehrer ans Gericht gelangt, der in seiner Ehre tief getroffen worden sei. "Mein Klient will kein Geld. Aber er will, dass das Gericht den erlitten Schaden konstatiert."

Ende August 2007 hatte er zu einem Artikel eine Fotomontage publiziert, die SVP-Nationalrat Oskar Freysinger neben Adolf Hitler zeigte. Unter dem Bild stand ein Slogan, der in etwa lautete: "Österreicher: Wir haben schon genug erleidet."

Zum Zeitpunkt der Publikation befand sich Freysinger mitten im Wahlkampf für die eidgenössischen Wahlen 2007. Der Walliser SVP-Nationalrat, der ursprünglich aus Österreich stammt, erstattete daraufhin Anzeige.

Freiheit der Meinungsäusserung

Ganz anders sah dies der Verteidiger von Ex-Chefredaktor Adolphe Ribordy. Die besagte Fotomontage und der dazugehörende Artikel falle unter die Meinungsäusserungsfreiheit, sagte der Anwalt am Donnerstag vor dem Kantonsgericht.

Er betonte zudem, man müsse die Publikation im Kontext sehen. Empört über die Plakatkampagnen der SVP, vor allem über jene zur Einbürgerung, habe sein Klient mit der Fotomontage die Methoden der Partei auf ähnliche Art und Weise anprangern wollen.

Das Urteil des Walliser Kantonsgerichts wird zu einem späteren, noch nicht bekannten Zeitpunk den beiden Parteien schriftlich zugestellt.

Rekurs eingereicht

Ribordy war wegen der Fotomontage im November 2009 in erster Instanz vom Bezirksgericht Martigny der üblen Nachrede für schuldig befunden und zu 120 Stunden gemeinnützige Arbeit auf Bewährung verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Ex-Chefredaktor Rekurs eingereicht.

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