"Wenn viele Leute den Bahnhof Bern benützen, heisst dies noch lange nicht, dass er zu klein ist", sagte Weibel in dem am Samstag veröffentlichten Interview in der «Berner Zeitung». "Mir zeigt es einfach, dass der Bahnhof gut funktioniert." Er selber sehe ausser bei der RBS-Einfahrt momentan keine Engpässe.

Zum Ausbau des Bahnhofs Bern ist vor wenigen Tagen eine öffentliche Mitwirkung angelaufen. Die Planer wollen bis kommenden Frühling über das weitere Vorgehen entscheiden. Ein erster Ausbauschritt ist 2016 geplant. Daneben stehen mehrere "Langfristlösungen" für einen Tiefbahnhof nach 2030 zur Diskussion.

Angst vor Folgekosten

Weibel sagte in dem Interview, die Verkehrsplaner seien heute generell "zu stark auf neue Investitionen fixiert". Sobald etwas fertig gebaut sei, stelle man sich gleich die Frage, was als Nächstes komme. Dabei seien neue Investitionen a priori schlecht, weil sie Folgekosten verursachten.

Kosten und Nutzen von neuen Verkehrsinfrastrukturen müssten sehr gut abgewogen werden, betonte Weibel. Viele der Ausbauprojekte würden nur in den Spitzenzeiten einen Zusatznutzen bringen. Dabei gehe vergessen, dass die Grundauslastung der Züge nicht einmal 30 Prozent betrage.

Kritisch steht Weibel auch dem Ausbau der Linie Bern-Zürich mit dem Neubau Rothrist-Zürich gegenüber. "Wer soll dies bezahlen?" Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten betrage heute weniger als eine Stunde. "Das ist doch grossartig und genügt völlig."