Ex-Armeechef Nef: «Ich bin bereit für einen Neustart»

Ex-Armeechef Roland Nef äusserte sich gestern erstmals seit langem wieder öffentlich. Er sei gesund und normal, sagte er. Und er sucht einen Job.

Merken
Drucken
Teilen
Nef bricht Schweigen

Nef bricht Schweigen

Eineinhalb Jahre schwieg Roland Nef. Gestern Abend ging er in die Offensive. «Ich bin bereit für einen verdienten Neustart», sagte der Ex-Armeechef gegenüber Tele Züri. Man solle ihn nun «endlich in Ruhe lassen».

Bei seinem «tiefen Fall» habe er viel Ballast abgeworfen und sei nun ein neuer Mensch, «der seine Fähigkeiten der Privatwirtschaft zur Verfügung stellen möchte». Die Suche nach einem neuen Job gestaltet sich aber als «schwierig in diesem Land», sagte Nef.

«Normal, gutbürgerlich»

Nef lebt heute nach eigenen Angaben in einer «ganz normalen, gutbürgerlichen Umgebung». Dort erfahre er viel Unterstützung. Nef präsentierte sich am Fernsehen einmal mehr als Opfer: Der Politik, der Medien, der Öffentlichkeit.

Er räumt aber auch ein, dass er Fehler im Privatleben gemacht habe. Der einstige Armeechef soll seine ehemalige Lebenspartnerin mit E-Mails, SMS und anonymen Postkarten massiv belästigt und ihr auch persönlich nachgestellt haben soll. Zudem soll er in ihrem Namen Sexinserate im Internet geschaltet haben. Zu diesen Vorwürfen wollte sich Nef im Interview mit Tele Züri nicht äusern, er wich den Fragen vielmehr aus. «Das geht die Öffentlichkeit nichts an», antwortete er etwa. Oder: «Das ist Chabis».

Würde mich nicht mehr bewerben

Gegenüber Samuel Schmid habe er das Strafverfahren beim zweiten Gespräch erwähnt. Der damalige Verteidigungsminister habe keine weiteren Fragen gestellt. Sein Sturz sei von Politikern, Armeekollegen und Medien initiiert worden. «Ich bin das Opfer einer politischen Intrige», so Nef.

Als seinen grössten Fehler betrachtet Nef heute, sich überhaupt fürs Amt beworben zu haben. «Mein grösster Fehler war, dass ich Ja gesagt habe, als man mich 2007 fragte, ob ich mich dem Selektionsverfahren zum Armeechef stelle». Wenn er gewusst hätte, was das alles nach sich ziehe, wäre er nicht zur Verfügung gestanden, so der ehemalige Armeechef weiter. (rsn)