EU will Entwicklungshilfe schneller auszahlen

EU-Flagge in Brüssel (Archiv)

EU-Flagge in Brüssel (Archiv)

Die EU will im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftskrise Entwicklungsländern mit vorgezogenen Geldern unter die Arme greifen. Noch in diesem Jahr sollen dazu 4,3 Milliarden Euro vorzeitig bereitgestellt werden.

"Die Entwicklungsländer sind nicht verantwortlich für die Wirtschaftskrise, aber am meisten von ihr betroffen", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. Die Krise dürfe deshalb kein Vorwand dafür sein, die Zusagen an Hilfsgeldern nicht einzuhalten.

EU-Entwicklungskommissar Louis Michel warnte, die Länder würden in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung durch die Krise weit zurückgeworfen. "Es besteht die Gefahr, dass die Zuwanderung wegen der Krise steigt."

Die EU werde nicht mehr Mittel bereitstellen als budgetiert, sagte Michel weiter. Vielmehr gehe es darum, koordinierter und flexibler vorzugehen. Rund 7 Milliarden Euro könnten durch wirksamere Zusammenarbeit der 27 Mitgliedstaaten jährlich eingespart werden.

Insgesamt steckte die EU im vergangenen Jahr 49 Milliarden Euro in die Entwicklungshilfe. 2004 waren es nach Angaben der Kommission noch 35 Milliarden Euro. Bis 2010 soll die Hilfe auf 69 Milliarden Euro wachsen. 75 bis 80 Prozent der Hilfe aus Brüssel fliesst nach Afrika.

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