Guinea

EU und AU verurteilen Gewalt gegen Opposition in Guinea

Mit Waffengewalt gegen Demonstranten (Archiv/Symbolbild)

Mit Waffengewalt gegen Demonstranten (Archiv/Symbolbild)

Bei der gewaltsamen Auflösung einer Oppositionskundgebung im westafrikanischen Guinea sind laut Menschenrechtlern 157 Menschen getötet worden. Mehr als 1250 Menschen wurden demnach verletzt, als Sicherheitskräfte ein Stadion in der Hauptstadt Conakry stürmten.

Dort hatten sich am Montag zehntausende Oppositionsanhänger versammelt, um gegen die Militärregierung zu protestieren. Laut der Menschenrechtsorganisation RADDHO kam es auch zu zahlreichen Vergewaltigungen. Von mehreren Seiten wurde die Vermutung geäussert, die Junta wolle das Ausmass der Gewalt vertuschen.

Die oppositionelle Union Republikanischer Kräfte warf der Militärregierung vor, Leichen verschwinden zu lassen. Nach Angaben eines Rotkreuz-Mitarbeiters sollen die Kommandanten verfügt haben, alle Leichen in das Militärlager Alpha Yaya Diallo, den Sitz der Junta, zu bringen und nicht in Leichenschauhäuser.

Auch zwei Oppositionsführer, die früheren Premierminister Cellou Dalein Diallo und Sidya Touré, wurden nach Angaben der Ehefrau Diallos bei dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte verletzt und anschliessend festgenommen. Die Häuser der Politiker wurden gemäss Nachbarn von Soldaten geplündert.

Die Demonstranten protestierten gegen die Pläne von Junta-Chef Moussa Dadis Camara, bei den für Januar geplanten Präsidentenwahlen selbst anzutreten. Auch die internationale Staatengemeinschaft übt Druck auf die Junta aus, bei den Wahlen die Macht wie zuvor versprochen wieder an Zivilisten abzugeben.

Das Militär hatte am 23. Dezember 2008 nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Lansana Conté in einem unblutigen Putsch die Macht ergriffen.

Das Ausmass der Gewalt löste internationale Proteste aus. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich "schockiert" angesichts der vielen Toten und Verletzten. Auch EU-Chefdiplomat Javier Solana verurteilte das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte. Er rief die Regierung zur Zurückhaltung und zur Freilassung der festgenommenen Oppositionellen auf.

Die Kommission der Afrikanischen Union (AU) forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. In einer Stellungnahme verurteilte die Organisation die Gewalt "gegen unbewaffnete Zivilisten".

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