Griechenland

EU streitet um Notfall-Kredite für Griechenland

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Brüssel

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Brüssel

Zwischen den EU-Ländern gibt es ein Tauziehen um das Hilfsangebot für den Schuldensünder Griechenland. Nach einem Treffen der Finanzminister der Euro-Länder am Montagabend gingen die Interpretationen darüber, was genau vereinbart worden war, auseinander.

Einig waren sich die Euro-Partner zwar darin, dass Athen im Notfall auf sie zählen kann. Doch wie die Hilfe konkret aussehen könnte, blieb offen - in der gemeinsamen Erklärung der Minister fehlten entsprechende Angaben. Sowohl bilaterale Kredite, welche die Euro-Länder bereitstellen, als auch Garantien sind möglich.

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker sagte am Abend, die Euro-Partner seien sich einig, im Notfall bilaterale Hilfen für den Schuldensünder zu geben. Dafür seien nun noch technische Details zu klären.

Das sieht beispielsweise die deutsche Regierung anders: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, der an dem Treffen in Brüssel teilgenommen hatte, sagte in Berlin, man habe keinen Notfallplan für Griechenland beschlossen.

Neben Krediten sind nach Angaben des österreichischen Ressortchefs Josef Pröll auch Garantien möglich. "Für beides gibt es Modalitäten, Beschlussszenarien in der Union", sagte er. Er ziehe persönlich Haftungsregelungen vor. Juncker hatte hingegen am Montag Darlehensgarantien für das Mittelmeerland noch ausgeschlossen.

Das Hilfsangebot an Athen ist in der gut zehnjährigen Geschichte des gemeinsamen Euro-Währungsgebiets einmalig. Den Euro gibt es seit 1999. Griechenland hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden und gilt als Wackelkandidat des Währungsgebietes.

Bislang hat Griechenland aber noch kein Hilfsgesuch gestellt, betonten die Finanzminister. "Es Griechenland hat um Hilfe nicht nachgefragt", sagte Schäuble im deutschen Bundestag.

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