EU

EU-Staaten wollen Hilfe für Milchbauern verlängern

Milchflaschen in deutschem Supermarkt

Milchflaschen in deutschem Supermarkt

Milchbauern innerhalb der EU können wegen der sinkenden Milchpreise auf eine Verlängerung der staatlichen Hilfen zählen. Beim Treffen der Agrarminister der 27-EU-Mitgliedstaaten gab es eine «breite Zustimmung» für eine Verlängerung der Interventionskäufe.

Diese Käufe funktionieren so, dass die EU Butter und Magermilch kauft, sobald die Preise unter ein gewisses Niveau fallen. Damit soll der Markt gestützt werden. Bis am 25. Juni wurden nach Angaben der EU-Kommission 81'000 Tonnen Butter und 203'000 Tonnen Magermilchpulver aufgekauft.

Erste Erkenntnisse aus einer Marktanalyse der Kommission zeigten "eine desaströse Situation auf dem Weltmilchmarkt", warnte der deutsche Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann in Brüssel. Die EU-Kommission wolle deshalb die Interventionskäufe bis Ende Februar 2010 und notfalls bis 2011 verlängern. Eigentlich hätten sie Ende August auslaufen sollen.

EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel soll einen entsprechenden Vorschlag am 22. Juli vorlegen. Die endgültige Zustimmung der Minister zu dem Vorschlag der EU-Kommission ist nach Einschätzung Lindemanns jetzt nur noch eine Formsache.

Die EU-Kommission will die Handelskette von den Bauern über die Molkereien bis zu den grossen Supermarktkonzernen überprüfen. Es sei unklar, wo genau die Gewinne abgeschöpft würden und weshalb die Bauern so wenig für ihre Milch erhielten, hiess es in Brüssel.

Derzeit bewegen sich die Preise innerhalb der EU auf einem Niveau von umgerechnet rund 40 Rappen. Nach Angaben der Brüsseler Experten können damit vor allem kleinere Milchbauer ihre variablen Kosten nicht mehr decken.

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