Bei einer internationalen Geberkonferenz, die am Donnerstag in Brüssel beginnt, werden insgesamt knapp 200 Millionen Euro gesucht.

Mit dem Geld soll die Friedenstruppe der Afrikanischen Union für Somalia (AMISOM) und der Aufbau einer Polizei in dem Land am "Horn" von Afrika finanziert werden. In Somalia gibt es seit dem Tod von Diktator Mohammed Siad Barre 1991 praktisch kein funktionierendes Staatswesen mehr.

"Die jüngsten Piratenakte sind ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft, aber es wäre falsch, die Reaktion auf militärisches Eingreifen zu beschränken", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Eine dauerhafte Lösung auf See sei nur denkbar, wenn es für die Probleme Somalias auch eine dauerhafte Lösung an Land gebe. "Die einzig wirkliche Lösung kann nur von innen kommen", erklärte Barroso.

Seit Herbst vergangenen Jahres hat die Piraterie vor der Küste Somalias dramatisch zugenommen. Die EU wie die NATO gehen mit Militärschiffen gegen die Seeräuber vor.

EU-Entwicklungskommissar Louis Michel sagte, nach der Wahl von Sheik Sharif Ahmed zum neuen Staatspräsidenten in Januar habe Somalia erstmals wieder "eine glaubwürdige Regierung, die die internationale Gemeinschaft unterstützen muss".

Den Vorsitz der Geberkonferenz führen UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping.